Derzeit beobachtet man am Markt den Trend zu mehr und mehr Premium. In der Spitze dieser Entwicklung werden Berufsunfähigkeits-Versicherungen mit immer mehr Leistungsauslösern ausgestattet und darunter werden die Absicherungen der Grundfähigkeiten und der Erwerbsfähigkeit aufgebohrt, um die Lücke zwischen BU und dem Rest zu schließen. Die SBU der Gothaer geht den anderen Weg und bietet mit der Basis-Variante eine schlechtere BU an, als es derzeit der Marktstandard ist. Ein mutiger, aber richtiger Weg.

Die SBU der Gothaer in der Basis-Variante

Die Basis-BU verzichtet, anders als andere Low-Fi-Varianten, auf abstrakte Verweisung und ist somit eine interessante Alternative für handwerkliche Berufe. Allerdings leistet dieser Tarif erst ab einer prognostizierten BU von 36 Monaten und nach einer Frist von 3 Monaten verfällt der Leistungsanspruch bei verspäteter Meldung. Ist die versicherte Person tatsächlich 6 Monate BU gewesen, reicht das aus, um Leistung zu erhalten.

Sonderleistung bei Verlust von Sinnen

Wie auch in der Premium-Variante wird ebenfalls eine Rente ausgezahlt, wenn vollständige Taubheit oder Blindheit vorliegt oder der Versicherte auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Die Rentenzahlung ist hier allerdings auf 3 Jahre begrenzt. Auf den ersten Blick scheint alleine die Leistung aufgrund der Angewiesenheit auf einen Rollstuhl zumindest für kaufmännische Berufe interessant. Denn selbst bei einer vollständigen Lähmung beider Beine oder deren Verlust läge eine bedingungsgemäße BU nicht zwingend vor. Vollständige Taubheit wäre höchstens bei Berufen mit extremer Lärmbelastung keine BU und bei Blindheit gibt es kaum noch einen versicherbaren Beruf, der hier noch zu über 50% ausführbar wäre. Bei Selbständigen hingegen wäre es durchaus denkbar, dass durch rasche Umorganisation der Betrieb auch taub oder blind fortgeführt werden könnte.

Mitversicherung von Kindern bei Schweren Krankheiten

Ebenfalls bereits in der Basis-Version enthalten ist eine Leistung, wenn ein Kind der versicherten Person, das mindestens 1 und noch keine 18 Jahre alt ist, an einer Schweren Krankheit, die in den Bedingungen festgeschrieben ist, erkrankt. Die Leistungshöhe beträgt eine Jahresrente und ist auf 24.000 Euro begrenzt. Die Krankheit oder deren Auslöser darf nicht im ersten Versicherungs- oder Lebensjahr aufgetreten sein. Pro Kind wird nur einmalig die Leistung fällig, aber theoretisch würde der Vertrag bei mehreren Kindern mehrmals leisten.

Mehr Mut zu Basis!

Grundsätzlich ist die Basis-BU der Gothaer ein nachahmenswerter Versuch, die Lücke zwischen der Absicherung der Berufsfähigkeit und der Erwerbsunfähigkeits-Versicherung zu schließen. Die meisten Versicherer nähern sich dieser Lücke von unten, also von der Seite der EU her. Dabei ist es ist gerade bei handwerklichen Berufen die Möglichkeit der Verweisbarkeit deutlich höher, weshalb unbedingt als erstes eine Absicherung der Fähigkeit, seinen eigenen Beruf auszuüben, angestrebt werden sollte.

Die Premium-Variante ist vollgepackt!

Die neue Premium SBU der Gothaer ist wahrscheinlich der Tarif mit den meisten Zusatzleistungen am Markt. Der Prognosezeitraum ist 6 Monate und die Leistung darf unbegrenzt rückwirkend geltend gemacht werden. Neben den schon bei der Basis-Variante genannten Leistungen bei einer schweren Erkrankung eines Kindes und der Leistung bei Verlust der Fähigkeiten zu sehen, zu hören oder zu gehen, leistet diese Variante auch bei Pflegebedürftigkeit lebenslang, sofern die versicherte Person bei Beginn der Pflegebedürftigkeit unter 45 Jahre alt war und der Zustand bis Vertragsende (mindestens Endalter 60) andauert.

Leistung bei Krankschreibung

Selbstverständlich leistet die Premium SBU der Gothaer auch bei Krankschreibung bedingungsgemäß. Die AU-Klausel gehört zur 2. Generation. Der Versicherer prüft also nicht selbst das Vorliegen einer Arbeitsunfähigkeit, sondern leistet, wenn eine Krankschreibung für einen Zweitraum von 6 Monaten eingereicht wird. Beamte, Selbständige und mitarbeitende Geschäftsführer haben entsprechende Nachweise einzureichen und sind somit bedingungsgemäß eingeschlossen.

Wenn ich Leistung aufgrund von Krankschreibung erhalten möchte, muss ich zeitgleich eine BU-Rente beantragen, was den eigentlichen Vorteil einer AU-Klausel wieder schmälert. Ein großer Prozentsatz der Leistungsanträge wird nämlich wieder eingestellt, weil die nötigen Unterlagen nie eingereicht werden. Dies liegt wiederum zum großen Teil daran, dass die Antragsteller in ihrer anzunehmend schlechten Verfassung mit den Formularen überfordert sind.

Leistung bei Unfall

Eine außergewöhnliche Zusatzleistung ist eine Einmalzahlung von 3 Monatsrenten, max. 3.000 Euro, bei BU durch ein Unfall-Ereignis und eine Leistung von 9 Monatsrenten, max. 9.000 Euro für Reha-Maßnahmen nach einem Unfall. Derlei Leistungen, die das Wiedererlangen der Arbeitskraft beschleunigen, sind sowohl für den Versicherer als auch für den Versicherten sehr sinnvoll.

Schüler, Hausfrauen und Hausmänner werden als Beruf angesehen. In Kombination mit der Starter-Option mit reduzierten Anfangsbeiträgen, kann das durchaus interessant sein. Studenten wird bei der Leistungsprüfung das Mindestanforderungsprofil der Berufe zugrunde gelegt, für die der Studienabschluss im belegten Studienfach typischerweise Voraussetzung ist. Hier besteht bei einem BU-Fall zu viel Gestaltungsraum für den Versicherer.

Die Gothaer verzichtet nicht auf die Meldepflicht bei gesundheitlicher Verbesserung, bei einer Wiedereingliederungshilfe von 6 Monatsrenten, max. 12.000 Euro, ist das Risiko, erhaltene Leistungen zurück zahlen zu müssen, aber gering.

Unterm Strich

Insgesamt ist der Tarif ein Premium-Produkt im Wortsinn. Die Gothaer spart nicht an Leistung und auch die Bedingungen sind transparent und sauber ausformuliert.

Eine weitere Besonderheit ist der sogenannte Familienbonus.

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