Finanzierung ist oft viel mehr als nur die Frage, ob eine Bank „Ja“ oder „Nein“ sagt. Häufig entscheidet vor allem der richtige Blick auf das Gesamtbild darüber, ob ein Vorhaben tragfähig umgesetzt werden kann oder nicht.
Genau das zeigt unser aktueller Finanzierungsfall des Monats.
Ein Kundenpaar kam zu mir, mit dem Wunsch, ein Haus zu finanzieren. Im ersten Gespräch wurde jedoch schnell deutlich: Die monatliche Belastung auf Basis der geplanten Gesamtkosten war in dieser Form nicht tragbar.
Für viele wäre an dieser Stelle vermutlich klar gewesen: Das Vorhaben ist so nicht umsetzbar.
Aber genau hier beginnt der Unterschied zwischen einer schnellen Standard-Beratung und einer Finanzierungsberatung, bei der mitgedacht wird und auch auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Kunden eingegangen wird.
Der entscheidende Denkanstoß
Im Gespräch zeigte sich, dass das geplante Haus KfW-40-fähig war. Dadurch ergaben sich neue Möglichkeiten, die auf den ersten Blick nicht jeder automatisch in Betracht zieht.
Mein Vorschlag an die Kunden:
Den teuren Keller weglassen und stattdessen prüfen, ob sich eine zusätzliche Wohnung im Objekt integrieren lässt, die später vermietet werden kann.
Dieser Ansatz brachte gleich mehrere Vorteile mit sich:
- Für die zusätzliche Wohneinheit konnte ein weiteres zinsgünstiges KfW-Darlehen genutzt werden.
- Die Mieteinnahmen aus der Einliegerwohnung wirken wirtschaftlich wie ein zusätzlicher Baustein zur Entlastung der Finanzierung.
- Das gesamte Vorhaben wurde dadurch deutlich tragfähiger.
- Die Gesamtkosten hingegen haben sich sogar etwas reduziert.
Die Kunden haben diesen Gedanken aufgenommen, das Konzept überarbeitet und kamen mit der neuen Planung wieder auf mich zu.
Finanzierung nicht nur möglich machen, sondern auch sauber strukturieren
Mit der neuen Planung war der Fall noch nicht einfach gelöst. Denn ein guter Finanzierungsaufbau endet nicht bei der Frage, ob das Projekt grundsätzlich machbar ist.
Der nächste wichtige Hinweis war daher, die Darlehen den jeweiligen Wohneinheiten sauber zuzuordnen.
Das bedeutet: Ein Teil der Finanzierung wird klar der Eigennutzung, ein anderer Teil klar der Vermietung zugewiesen.
Warum das relevant ist?
Weil dadurch nicht nur die Finanzierung sauber strukturiert wird, sondern auch steuerliche Aspekte besser berücksichtigt werden können.
Besonders erfreulich war dabei die Rückmeldung der Steuerberaterin der Kunden. Sie hat diesen Aufbau nicht nur befürwortet, sondern ausdrücklich positiv hervorgehoben, dass hier bei der Finanzierung über den eigentlichen Darlehensabschluss hinaus mitgedacht wurde.
Die besondere Herausforderung: Hoher Anteil an Eigenleistung
Auch auf der Bankenseite hatte der Fall es in sich.
Die gesamten Baukosten beliefen sich auf 700.000 Euro.
Hinzu kamen Eigenleistungen von über 120.000 Euro.
Genau hier haben viele Banken ein Problem. Bei zahlreichen Instituten ist bei etwa 10 Prozent Eigenleistung Schluss — in diesem Fall also ungefähr bei 70.000 Euro. Alles darüber hinaus wird oft kritisch gesehen oder gar nicht in der gewünschten Form akzeptiert.
Für die Kunden bedeutete das: Es brauchte nicht nur ein gutes Konzept, sondern auch den passenden Finanzierungspartner.
Die Lösung: Passende Bank, passende Struktur, passende Bausteine
Am Ende konnten wir das Vorhaben mit einer Bank umsetzen, die bereit war, den hohen Eigenleistungsanteil mitzutragen.
Die Finanzierung haben wir dabei über vier Darlehensbausteine aufgebaut:
- zwei KfW-Darlehen
- zwei Bankdarlehen
Durch diese Struktur ließ sich das Projekt nicht nur darstellen, sondern auch sinnvoll und tragfähig aufbauen.
Das Fazit von unserem Finanzierungfall des Monats
Was anfangs nach einem klaren „Das klappt nicht“ aussah, wurde durch die richtige Strategie, einen angepassten Objektaufbau und eine durchdachte Finanzierungsstruktur am Ende zu einem „Es klappt doch“.
Und genau das ist der Punkt:
Gute Finanzierungsberatung heißt nicht, einfach nur Zahlen in einen Rechner einzugeben. Gute Finanzierung bedeutet, Möglichkeiten zu erkennen, Modelle weiterzudenken und Lösungen zu entwickeln, die am Ende wirklich funktionieren.
Wenn du den Erwerb oder Bau einer Immobilie planst, lass dich beraten!
Hier kannst du einen persönlichen Termin mit unseren Experten vereinbaren.










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