Die temporäre Berufsunfähigkeitsversicherung ist Geschichte. Die Zurich hat zum Januar 2018 die letzte dieser Art eingestellt. Das ist aufgrund der schlechten Verkaufszahlen verständlich, aber schade ist trotzdem. Denn die temporäre Berufsunfähigkeitsversicherung wäre durchaus geeignet gewesen, die BUV für alle Berufsgruppen bezahlbar zu machen. Aber immer der Reihe nach…

Was war die temporäre Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die temporäre Berufsunfähigkeitsversicherung war einen Erwerbsunfähigkeitsversicherung, die die ersten drei Jahre schon bei Vorliegen einer Berufsunfähigkeit geleistet hat. In einfachen Worten heißt das, ich hab für drei Jahre Geld bekommen, wenn ich so krank war, dass ich meinen Job nicht mehr erledigen konnte. Nach drei Jahren prüft der Versicherer, ob ich irgendeinen anderen Job am Arbeitsmarkt für drei Stunden ausüben könnte. Konnte ich, gab es kein Geld mehr, wenn nicht, gab es weiter Rente.

Das ist genau das, was jeder braucht! Eine Versicherung, die zahlt, solange ich mich umsehe, ob ich einen neuen Job finden kann. Zur Not reichen drei Jahre auch aus, um komplett umzuschulen. Und wenn ich tatsächlich zu krank bin, um irgendwas zu arbeiten, bekomme ich weiter mein Geld.

Tja, aber manchmal setzt sich nicht durch, was am besten passt, sondern was uns nur so vorkommt.

Was lief schief?

Leider war die temporäre Berufsunfähigkeitsversicherung fast nie die billigste Lösung. Es gab immer einen Anbieter der normalen BUV, der den Schutz günstiger angeboten hat. Das liegt daran, dass jeder Versicherer die Berufe verschieden einschätzt und daran die Beiträge bemisst. Hätten mehrere Anbieter die temporäre BUV angeboten, wäre die passende vielleicht auch mal die günstigste Lösung gewesen.

Aber wäre es nur ein bisschen günstiger gewesen:  Wieso sollte sich der Vermittler der Gefahr aussetzen, dass eine BU länger als drei Jahre dauert, aber eine EU nicht anerkannt wird? Der Vermittler haftet eh immer für alles… Hinzukommt, dass ich sowohl Berufsunfähigkeit als auch Erwerbsunfähigkeit erklären musste. Das war nur was für Feinschmecker…

Von da aus hätte es aber sinnvoll weitergehen können. Eine Leistung über die drei Jahre hinaus, wenn eine Umschulung begonnen wurde, zum Beispiel. Oder Unterstützung bei der beruflichen und gesundheitlichen Reha durch den Versicherer.

Es wäre einfach schön gewesen, wenn die Versicherer nicht weiter in die Premium-Lösungen investiert hätten, sondern versucht hätten, die Lücke zwischen der Top- und der guten Lösung weiter zu schließen.

Aber es hilft alles nix. Schade, dass es soweit gekommen ist.

 

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