Anlagestrategie? Fehlanzeige! Die Börse mutieren zu Spielcasinos … könnte man meinen! Zumindest wenn man sich die Nachrichten der letzten Wochen und Monate durchliest:

„Über Nacht Millionäre: Diese Gamestop-Zocker haben rechtzeitig verkauft und sind reich.“
(Focus Online vom 18.02.2021)

„Wirecard-Aktie stürzt dramatisch – Dax-Rauswurf droht.“
(Manager Magazin vom 18.06.2020)

„Viele Leute zocken aus Langeweile“
(FAZ vom 18.02.2021)

„Nach 50.000-Dollar-Rekord von Bitcoin: Wie weit kann die Reise gehen?“
(Der Standard vom 17.02.2021)

Zocken ist keine Anlagestrategie!

Wenn man sich unter Kollegen über diese Nachrichten austauscht, kommen sehr schnell Vergleiche mit der Dotcom-Blase rund um die Jahrtausendwende auf, als jede noch seine kleine Internetfirma an die Börse ging und deren Aktien quasi ohne eine substanzielle Analyse gekauft wurden. Aktientipps am Stammtisch wurden blind gekauft, man will ja beim nächsten Mal auch mitreden können. Der Ausgang ist bekannt. Das damals vor allem in Deutschland auftretende Phänomen zeigte sich in der rasant steigenden Anzahl von Kleinanlegern, die ohne jegliche Börsenerfahrung der Herde nachrannten. Alle angetrieben von der Hoffnung auf das schnelle Geld!

In der Tat, es zeigen sich heute durchaus Parallelen zu damals, der große Unterschied liegt jedoch in der schnelleren Umsetzung der Transaktionen mittels Trading Apps oder Online Brokern über das Internet. Die dadurch aufkommende Dynamik kann Börsenentwicklungen nach oben wie nach unten um ein vielfaches beschleunigen.

Es drängen sich daher aktuell zwei Fragen auf: 1.) Ist diese Entwicklung „gesund“ und wenn nein, was können wir 2.) dennoch daraus lernen?

Was passiert eigentlich gerade?

Zunächst mal: Herdentriebe gab es schon immer und wird es auch immer geben. So funktionieren Börsen und Märkte, weil es eine Grundvoraussetzung für steigende und fallende Kurse ist, dass sich die Teilnehmer unterschiedlich verhalten. Im Bezug auf die klassische Kapitalanlage birgt diese neue „Zockermentalität“ jedoch eine Gefahr. Denn rationale Verhaltensmuster und die bewerte Anlagestrategie werden plötzlich ausgehebelt und in die Ecke geschoben. Wir brauchen keine Anlagestrategie mehr, weil es viel einfacher geht das schnelle Geld zu verdienen. Also ergibt es ja auch viel mehr Sinn, meine bisherigen Geldanlagen zu überprüfen oder gar abzustoßen. Eine Tatsache ist jedoch gewiss: Jeder Trend ist endlich und wenn ich als Anleger die Herde nicht rechtzeitig verlasse, dann drohen meinem Kapital schmerzliche Verluste.

Was können wir daraus lernen?

Ziemlich viel sogar, denn auch wenn dieser Satz abgedroschen klingt, so hat er seit Jahrhunderten bestand: „Lege niemals alle Eier in einen Korb!“ Langfristigen und nachhaltigen Erfolg in der Geldanlage hat man nur dann, wenn man sein Vermögen breit gestreut anlegt und auf möglichst viel verschiedene Anlagen setzt. Entscheidend ist, dass ich dieser Strategie treu bleibe und sie nicht für die nächstbeste Idee über den Haufen werfe, weil ich in dieser die Chance des Jahrhunderts wittere.

Um eine Geldanlage oder (m)einen Berater fair bewerten zu können, bedarf es mehr als nur das Studieren der erzielten Rendite. Entscheidend ist immer, mit welchem Risiko habe ich diese Rendite erworben. Eine Kennzahl, die eine sehr gute Aussagekraft über das Risiko trifft, ist die Volatilität. Sie bezeichnet in der Statistik allgemein die Schwankung von Zeitreihen. Idealerweise sollten diese mindestens zwei volle Jahre beinhalten, damit sie eine echte Aussagekraft haben. Der/die Finanzberater/in deines Vertrauens sollte dir hierüber mit Sicherheit Auskunft geben können. Wenn du diese Zahl durch die erzielte Jahresrendite teilst und den risikolosen Zinssatz von Null addierst, dann sollte bei einer guten Geldanlage mindestens eine 0,8 auf der Uhr stehen.

Was ist unsere Anlagestrategie?

Unsere BSC-Fondsstrategie Wachstum beinhaltet drei flexible Mischfonds und vier themenorientierte Aktienfonds. Alleine die Aktienfonds beinhalten bereits eine Anzahl von 175 verschiedene Einzelaktien, wodurch ein weiterer großer Streuungseffekt erzielt werden kann. Seit März 2018 lag die Wertentwicklung der gesamten Fondsstrategie bei 11,4% pro Jahr und die Volatilität bei 8,5%. Zum Vergleich, die jährliche Volatilität von Gamestop, Wirecard oder Tesla lag im selben Betrachtungszeitraum bei 119%, 142% bzw. 68%. Während der Teiler der Fondsstrategie bei 1,3 liegt, ist der von Wirecard (wenig überraschend) negativ, der von Gamestop bei 0,3 und einzig der von Tesla liegt bei sagenhaften 5,1.

Unser BSC-Tipp: Definiere einen festen Betrag deines Vermögens, mit dem du wirklich an der Börse „spielen“ möchtest – denn wer weiß, vielleicht landest du ja tatsächlich mal den 6er im Lotto. Den Rest deines Vermögens gib in professionelle Hände von Beratern, von deren Expertise du dich bereits überzeugen konntest – oder du fragst einfach uns 😉

 

 

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