Versicherungen optimieren, Liquidität strukturieren, Vermögen sinnvoll einsetzen und eine Immobilie als Kapitalanlage integrieren: Ein aktueller Kundenfall zeigt, wie viele Bereiche bei einer ganzheitlichen Finanzberatung zusammenspielen.
„Wie viel Immobilie kann ich mir eigentlich leisten?“
Mit dieser Frage kam eine Kundin zu uns. Ihr Ziel: einen Teil ihres vorhandenen Vermögens in eine Immobilie investieren und damit langfristig Kapital aufbauen.
Bevor es um ein konkretes Objekt oder eine Finanzierung ging, haben wir deshalb zunächst ihre gesamte finanzielle Situation betrachtet.
Erst das Gesamtbild prüfen
Die Kundin verfügte über ein gutes Einkommen und bereits über ein solides Vermögen. Gleichzeitig bestanden verschiedene Versicherungs-, Vorsorge- und Sparverträge.
Unter anderem waren rund 110.000 Euro Kontoguthaben vorhanden. Hinzu kamen mehr als 15.000 Euro Guthaben in einem Bausparvertrag sowie weiteres Vertragsvermögen. Monatlich flossen rund 450 Euro in Versicherungs-, Vorsorge- und Bausparverträge.
Im nächsten Schritt wurde geprüft, welche dieser Bausteine zur aktuellen Lebenssituation und zum Ziel des langfristigen Vermögensaufbaus passen.
Dabei ging es sowohl um die bestehende Absicherung als auch um die Frage, wie viel Liquidität kurzfristig verfügbar bleiben sollte und welches Kapital mittel- und langfristig investiert werden kann.
Bestehende Verträge gezielt anpassen
Ein Beispiel war die vorhandene Risikolebensversicherung.
Aufgrund der aktuellen Lebenssituation war diese Absicherung nicht mehr notwendig. Der Vertrag konnte ersatzlos beendet werden. Dadurch wurden monatlich ca. 30 Euro frei, die künftig für den Kapitalaufbau eingesetzt werden können.
Auch bei der Berufsunfähigkeitsabsicherung zeigte die Analyse Optimierungspotenzial.
Die bestehende Lösung setzte sich aus zwei Verträgen zusammen. Einer davon kombinierte die BU-Absicherung mit einem Altersvorsorgeanteil. Dadurch war die Struktur vergleichsweise teuer, während die Verzinsung des Sparanteils gering war. Gleichzeitig passte der bestehende Schutz nicht optimal zum gewünschten Absicherungszeitraum.
Die bestehende Struktur wurde deshalb überprüft und neu geordnet.
Beim Sachschutz zählte die Leistung
Anders sah es beim Sachversicherungsschutz aus.
Für Haftpflicht, Hausrat, Unfallversicherung sowie Privat-, Berufs- und Verkehrsrechtsschutz zahlte die Kundin bislang insgesamt 41,86 Euro monatlich.
Die neu betrachtete Lösung liegt mit 43,30 Euro leicht darüber.
Dafür verbessert sich der Leistungsumfang: unter anderem durch höhere Versicherungssummen, bessere Versicherungsbedingungen, eine Forderungsausfalldeckung in der Haftpflichtversicherung, eine verbesserte Gliedertaxe in der Unfallversicherung und eine geringere Selbstbeteiligung.
Hier bestand der Vorteil also nicht in einer Beitragsersparnis, sondern in einer besseren Absicherung bei nahezu gleichem Monatsbeitrag.
Liquidität und langfristige Anlage trennen
Ein weiterer Schwerpunkt war die Vermögensstruktur.
Ein erheblicher Teil des vorhandenen Kapitals lag sehr liquide oder war nur gering verzinst.
Für kurzfristige Ausgaben und finanzielle Rücklagen ist verfügbare Liquidität notwendig. Kapital, das absehbar nicht benötigt wird, kann dagegen für mittel- und langfristige Anlagen eingesetzt werden.
Die Strategie sah deshalb vor, ausreichend Rücklagen verfügbar zu halten und darüber hinausgehendes Kapital stärker in Sach- und Substanzwerte zu investieren.
Besonders relevant wurde dabei der vorhandene Bausparvertrag.
Den Bausparvertrag als Finanzierungsbaustein nutzen
Im Bausparvertrag befanden sich rund 15.000 Euro Guthaben. Monatlich wurden weitere 160 Euro eingezahlt.
Die Guthabenverzinsung lag bei lediglich 0,1 Prozent pro Jahr. Die Bausparsumme betrug 50.000 Euro.
Statt den Vertrag allein wegen der niedrigen Guthabenverzinsung zu kündigen, wurde geprüft, wie er für die geplante Immobilieninvestition genutzt werden kann.
Durch die Beantragung der Zuteilung kann der Bausparvertrag als Finanzierungsbaustein für den Erwerb einer Eigentumswohnung eingesetzt werden.
Insgesamt stehen dadurch 50.000 Euro zur Verfügung. Neben dem vorhandenen Guthaben können rund 35.000 Euro als Darlehen zu einem Zinssatz von 2,25 Prozent pro Jahr genutzt werden. Die monatliche Zins- und Tilgungsrate beträgt 444,43 Euro.
Damit wird Kapital, das zuvor nur mit 0,1 Prozent verzinst wurde, in die Finanzierung eines Sachwerts eingebunden.
Die Immobilie in die Gesamtplanung integrieren
Nach der vorliegenden Planung wird ein großer Teil der monatlichen Finanzierungsrate durch die Mieteinnahmen getragen.
Für das Bauspardarlehen ist eine Gesamtlaufzeit von rund sieben Jahren und drei Monaten vorgesehen. Nach vollständiger Tilgung kann die Wohnung ein zusätzliches laufendes Einkommen ermöglichen.
Das vorgesehene Darlehen ist zudem als Blankodarlehen ausgestaltet.
Damit wird für diesen Finanzierungsbaustein keine Grundschuld auf der Immobilie eingetragen. Die Immobilie kann dadurch nach der dargestellten Planung als zusätzliche Sicherheit für eine spätere weitere Immobilieninvestition genutzt werden.
Was wurde in diesem Fall konkret verändert?
Im Ergebnis wurden mehrere Bereiche neu geordnet:
Eine nicht mehr benötigte Risikolebensversicherung konnte beendet werden.
Die Berufsunfähigkeitsabsicherung wurde hinsichtlich ihrer Struktur überprüft.
Beim Sachversicherungsschutz konnten die Leistungen bei nahezu gleichem Beitrag verbessert werden.
Frei werdende monatliche Mittel wurden für den Kapitalaufbau nutzbar gemacht.
Vorhandenes Vermögen wurde stärker nach kurzfristiger Liquidität und langfristigem Kapitalaufbau strukturiert.
Der bestehende Bausparvertrag wurde gezielt als Finanzierungsbaustein für eine Immobilieninvestition genutzt.
Aus der ursprünglichen Frage nach einer möglichen Immobilie entstand damit eine umfassende Überprüfung und Neuordnung der gesamten finanziellen Situation.
360-Grad-Beratung bei BSC
Versicherung, Vorsorge, Liquidität, Geldanlage und Immobilienfinanzierung beeinflussen sich gegenseitig.
Deshalb betrachten wir bei BSC nicht nur einzelne Verträge, sondern die gesamte finanzielle Situation unserer Kundinnen und Kunden.
Gerade bei über Jahre gewachsenen Finanzstrukturen lohnt sich diese Gesamtbetrachtung. Einkommen, Lebenssituation und finanzielle Ziele verändern sich – und damit auch die Anforderungen an bestehende Verträge und Anlagen.
Der dargestellte Kundenfall zeigt, wie vorhandene Strukturen angepasst und miteinander kombiniert werden können, um Absicherung und Vermögensaufbau besser aufeinander abzustimmen.
Hinweis: Bei dem dargestellten Beispiel handelt es sich um einen individuellen Kundenfall. Die dargestellten Lösungen und Berechnungen lassen sich nicht pauschal auf andere Personen übertragen. Geldanlagen und Immobilieninvestitionen sind mit Chancen und Risiken verbunden und sollten immer anhand der persönlichen finanziellen Situation beurteilt werden.
















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