Anfang 2025 sind wir mit unserer eigenen BSC-Vermögensverwaltung gestartet. Die Idee dahinter war einfach: Statt jedes Kundendepot einzeln zu betreuen, wollten wir unsere Investmentkompetenz bündeln und vier zentral gesteuerte Anlagestrategien schaffen, die zu unterschiedlichen Anlegerprofilen passen. Rund eineinhalb Jahre später ist es Zeit für ein erstes Zwischenfazit.
Dabei erleben wir aktuell vor allem zwei Entwicklungen: Neue Gelder fließen in die Vermögensverwaltung und gleichzeitig entscheiden sich immer mehr bestehende Kunden gemeinsam mit ihrem Berater dafür, bisher individuell zusammengestellte Depots in eine der zentral gesteuerten Strategien zu überführen.
Von Beginn an war uns wichtig, nicht eine Vermögensverwaltung für alle Kunden anzubieten. Anleger unterscheiden sich schließlich darin, welche Schwankungen sie akzeptieren können und welche Renditeerwartungen sie mit ihrer Geldanlage verbinden. Deshalb gibt es weiterhin vier BSC-Strategien: von „Zins & Stabilität“ für defensivere Anleger über „Zins & Chance“ und unsere ETF-Strategie bis hin zur offensiven Strategie „Chance“.
Die aktuelle Aufteilung zeigt, wie unterschiedlich diese Portfolios inzwischen aussehen.

Rendite ist wichtig, aber nicht ohne den Blick auf das Risiko
Seit dem Start am 21. Januar 2025 haben alle vier Strategien ihre ersten echten Bewährungsproben erlebt. Dabei ging es keineswegs nur bergauf. Interessant ist deshalb nicht allein die Frage, wie viel Rendite erzielt wurde, sondern auch, welche Schwankungen Anleger dafür aushalten mussten.
Das lässt sich gut an den beiden Extremen zeigen: Unsere defensive Strategie „Zins & Stabilität“ erzielte bis zum 16. September 2026 eine annualisierte Rendite von 6,68 Prozent bei einer Schwankungsbreite (Volatilität) von lediglich 2,24 Prozent. Der größte zwischenzeitliche Rückgang betrug 3,39 Prozent.
Ganz anders die offensive Strategie „Chance“: Hier lag die annualisierte Rendite im gleichen Zeitraum bei 23,16 Prozent. Gleichzeitig mussten Anleger mit einer Volatilität von 9,80 Prozent und einem maximalen zwischenzeitlichen Rückgang von 13,31 Prozent deutlich größere Schwankungen akzeptieren.
Natürlich sind vergangene Wertentwicklungen keine Garantie für die Zukunft und eineinhalb Jahre ein vergleichsweise kurzer Zeitraum. Dennoch lässt sich bislang genau das erkennen, was wir mit den unterschiedlichen Strategien erreichen wollten: Je nach Anlegerprofil unterscheiden sich nicht nur die Renditechancen, sondern vor allem auch die Schwankungen deutlich.
Eine der wichtigsten Entscheidungen: mehr Rohstoffe
Eine Vermögensverwaltung lebt nicht davon, einmal ein Portfolio zusammenzustellen und anschließend nur noch zuzuschauen. Eine unserer größeren strategischen Entscheidungen war deshalb, Rohstoffe und Edelmetalle stärker in den Portfolios zu gewichten. Dazu gehören Gold- und Silberminen sowie klassische Rohstoffunternehmen.
Das geschah keineswegs immer in Phasen steigender Kurse. Gerade im zweiten Quartal 2026 gerieten Rohstoff- und Edelmetallaktien zwischenzeitlich deutlich unter Druck. Trotzdem hielten wir an unserer grundsätzlichen Positionierung fest. In unserer ETF-Strategie reduzierten wir nach Kursgewinnen Teile der MSCI-World-Positionen und nutzten die frei gewordenen Mittel, um nach den Kursrückgängen Rohstoff- und Minen-ETFs aufzustocken. Heute finden Rohstoffaktien in allen vier Strategien Berücksichtigung.
Ein weiteres Beispiel findet sich in unserer offensiven Strategie „Chance“. Dort haben wir im Juni 2026 unsere Position in japanischen Aktien mit Gewinn verkauft und das Kapital in einen breiter aufgestellten Schwellenländerfonds investiert. Auch in der ETF-Strategie haben Schwellenländer inzwischen einen festen Platz.
Solche Entscheidungen zeigen, was wir unter aktiver Vermögensverwaltung verstehen: nicht ständig handeln, sondern dann, wenn sich aus unserer Sicht die Gewichtung eines Marktes oder das Verhältnis von Chance und Risiko verändert hat.
Aber nicht jede Entscheidung trifft den perfekten Zeitpunkt. In unserer defensiven Strategie hatten wir zwischenzeitlich einen kleinen Aktienbaustein aus dem Ölsektor aufgenommen und im Juni mit Gewinn wieder verkauft. Rückblickend war der Verkaufszeitpunkt eher zu früh. Ärgerlich? Natürlich. Aber den perfekten Ein- und Ausstiegszeitpunkt trifft niemand dauerhaft.
Entscheidend ist deshalb, einzelne Investmentideen angemessen zu gewichten und nicht jedem entgangenen Prozentpunkt hinterherzutrauern. Der Ölbaustein machte lediglich rund drei Prozent der defensiven Strategie aus und wurde mit Gewinn verkauft. Rückblickend wäre mit einem späteren Ausstieg zwar eine höhere Rendite möglich gewesen, gleichzeitig zeigt das Beispiel aber auch, worum es beim Risikomanagement geht: Gewinne realisieren, Risiken im Blick behalten und akzeptieren, dass man den perfekten Zeitpunkt nur selten trifft.
Fünf Köpfe, vier Portfolios und gemeinsame Entscheidungen
Hinter den vier Strategien steht bei uns kein Algorithmus und auch kein einzelner Fondsmanager. Unser BSC-Investmentteam besteht aus fünf Kollegen, die sich intensiv mit Kapitalmärkten und Investmentfonds beschäftigen. Jeder trägt Verantwortung für eine der Strategien, wesentliche Entscheidungen werden jedoch gemeinsam diskutiert und im Gremium getroffen.
Einmal monatlich trifft sich das Investmentteam online, zusätzlich einmal pro Quartal persönlich.

Wir analysieren Märkte, Regionen und Anlageklassen, diskutieren Risiken und überprüfen, ob sich die eingesetzten Fonds sinnvoll ergänzen. Regelmäßig laden wir zudem Investmenthäuser zu uns nach Schweinfurt ein, damit sie ihre Ansätze und Investmentlösungen persönlich vorstellen können.
Der vielleicht größte Unterschied zu unserer früheren Arbeitsweise zeigt sich allerdings nach einer Investmententscheidung. Früher mussten Veränderungen in individuell betreuten Kundendepots auch individuell besprochen und umgesetzt werden. Entscheidet unser Investmentgremium heute, eine Position zu verändern, kann diese Entscheidung (abhängig von Handels- und Abwicklungszeiten) noch in derselben Woche in sämtlichen betroffenen Kundendepots umgesetzt werden.
Nach 18 Monaten: angekommen, aber nicht fertig
Auch nach den ersten erfolgreichen 18 Monaten betrachten wir keines der vier Portfolios als „fertig“. Aktuell überprüfen wir erneut, wie die einzelnen Fonds zusammenspielen und wo möglicherweise unnötige Überschneidungen bestehen. Gleichzeitig beschäftigen wir uns mit unterschiedlichen Szenarien für die kommenden Monate.
Ein Beispiel ist die weitere Zinsentwicklung. Sollten steigende Marktzinsen Anleihen stärker unter Druck setzen, haben wir uns bereits damit beschäftigt, wie wir insbesondere die defensiveren Strategien darauf vorbereiten könnten. Eine Möglichkeit wären sogenannte Floater, also variabel verzinste Anleihen, deren Verzinsung sich regelmäßig an das aktuelle Zinsniveau anpasst.
Aktuell haben wir diesen Schritt nicht umgesetzt. Aber genau darum geht es uns: Wir möchten nicht erst überlegen, was zu tun ist, wenn sich die Kapitalmärkte bereits deutlich verändert haben. Wir wollen mögliche Szenarien vorher diskutieren und unsere Handlungsoptionen kennen.
Als wir Anfang 2025 mit unserer BSC-Vermögensverwaltung gestartet sind, standen zunächst vier Strategien und eine Idee. Heute stehen dahinter 313 Kundendepots und eine Menge Verantwortung. Unsere Vermögensverwaltung ist heute nicht mehr neu, sondern inzwischen ein fester Bestandteil unserer Investmentberatung geworden.


















Wir nutzen Newsletter2Go als Software für die Versendung unserer Newsletter. Im Rahmen dieser Anmeldung erklärst du dich einverstanden, dass deine eingegebenen Daten an die Sendinblue GmbH übermittelt werden. Bitte beachte die 
















