Die selbständige Berufsunfähigkeits-Versicherung ist ein hervorragendes Thema, um Streit auszulösen. Denn die einen beharren darauf, dass es die wichtigste Versicherung überhaupt ist. Die anderen sind sicher, dass sie niemals leistet.  Da stellt sich die Frage: Wann tritt nun der Leistungsfall in der Berufsunfähigkeitsversicherung ein? Und wieso sollte es so schwierig sein, zu beweisen, dass ich nicht mehr arbeiten kann?

Wichtig ist die Berufsunfähigkeitsversicherung für alle, die von ihrem Einkommen die laufenden Ausgaben bezahlen. Das dürfte die große Mehrheit sein. Wenn ich vom Ersparten leben kann, brauch ich keine Berufsunfähigkeitsversicherung. Das wäre also geklärt 😉

Aber wann leistet die Berufsunfähigkeits-Versicherung? Dazu will ich mal ein paar Beispiele aufzählen, um das zu erklären. Wer keine Zeit hat: Am Ende kommt raus, dass ich das besser nicht alleine machen sollte und mir unbedingt Hilfe holen muss 🙂

Was ist der Leistungsfall in der Berufsunfähigkeitsversicherung?

Zunächst mal ein wenig Hintergrundwissen. Der Leistungsfall in der Berufsunfähigkeitsversicherung tritt ein, wenn ich aus gesundheitlichen Gründen nur noch zu 50% arbeiten kann. Und zwar so, wie ich arbeite. Wenn ich Bäcker bin, prüft keiner, was ein Bäcker halt so macht. Der Versicherer prüft, was ich vorher gemacht habe. Das kann auch mal recht untypisch sein. Das ist auch das gute an der Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie ist verdammt individuell.

Bei den 50% geht es erst einmal um den Zeitwert. Arbeite ich vorher 8 Stunden und kann wegen Rückenschmerzen nur noch 4 Stunden arbeiten, bekomme ich meine Rente.

Außerdem geht es aber auch um ein sinnvolles Arbeitsergebnis. Angenommen, ich muss einmal am Tag für fünf Minuten körperlich arbeiten und die restlichen 7.55 Stunden nicht, kann ich trotzdem berufsunfähig sein, weil ich körperlich eingeschränkt bin. Das ist dann der Fall, wenn ich ohne die körperliche Arbeit auch für den Rest der Zeit nix zu tun hätte.

Beispiel für ein sinnvolles Arbeitsergebnis in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Ein Beispiel: Ein Bauingenieur ist als Baugutachter tätig. Er verbringt 90% seiner Arbeitszeit am Computer. Aber er muss auch auf Gerüste klettern, um vor Ort die Bausubstanz oder sowas zu prüfen. Macht er das nicht, kann er zu Hause auch keine Berichte und Gutachten schreiben. Sobald er also nicht mehr auf Gerüste klettern kann, wäre er berufsunfähig, obwohl er zeitlich nur in 10% der Arbeitszeit eingeschränkt wäre.

Das ließe sich bis zu 0% Einschränkung spinnen. Ein Taxifahrer mit chronischen Blähungen wäre beispielsweise zu 0% eingeschränkt in dem, was er tut. Aber ein sinnvolles Arbeitsergebnis wäre nicht mehr möglich 😉 Oder weniger eklig: Ein Chirurg ist allergisch gegen das Desinfektionsmittel, mit dem er seine Hände desinfizieren muss.

Problem des Nachweises der Berufsunfähigkeit

In den allermeisten Fällen ist aber der Nachweis der 50% problematisch. Ich muss beim Leistungsfall in der Berufsunfähigkeitsversicherung den Beweis führen, dass ich aufgrund der gesundheitlichen Einschränkung meinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Dabei wird geprüft, welche einzelnen Tätigkeiten ich vor der Berufsunfähigkeit täglich ausgeübt habe. Also, wie lange war ich gestanden, wie lange gesessen? Wie lange musste ich hochkonzentriert arbeiten? Wie lange unter hoher psychischer Belastung?

Diese Tätigkeiten werden quasi durch die Einschränkung gefiltert, sodass dahinter dann steht, wie viel Prozent ich nur noch eingeschränkt machen kann. Ist der Durchschnitt davon dann 50% oder höher, bin ich berufsunfähig.

Mal den Experten für Berufsunfähigkeitsversicherung fragen

Als Versicherter kann ich nur hoffen, dass mein Vermittler mir bei der Beantragung helfen kann. Ansonsten empfiehlt es sich, hier einen Experten zu fragen.

Vor allem bei psychischen Erkrankungen ist es schwer, eine Einschränkung nachzuweisen. Eine Depression lässt sich eben nicht so einfach messen wie Fieber.

Fazit

Unterm Strich ist die Berufsunfähigkeitsversicherung eine sehr nützliche und sehr leistungsstarke Versicherung. Wenn ich weiß, worauf beim Leistungsantrag zu achten ist, stehen die Chancen auch gut, dass ich dann mein Geld bekomme, wenn ich es brauche. Grundvoraussetzung ist aber, dass ich beim Abschluss der Versicherung keine vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung begangen habe. Dazu schreibe ich aber wann anders mal nen Artikel 😉

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