Deutschland baut die erneuerbaren Energien kontinuierlich aus. Doch Wind- und Solarstrom werden nicht immer dann produziert, wenn wir sie benötigen. An sonnigen Tagen entstehen mittags häufig Stromüberschüsse, während morgens und abends die Nachfrage steigt. Das führt zu teilweise erheblichen Preisunterschieden an den Strombörsen.

Batteriespeicher können diese Unterschiede ausgleichen: Sie speichern günstigen Strom und geben ihn zu Zeiten höherer Nachfrage wieder ab. Damit leisten sie einen Beitrag zur Energiewende und eröffnen zugleich eine unternehmerische Investitionsmöglichkeit.

 

 

Warum Batteriespeicher immer wichtiger werden

Wind- und Solarenergie sind wetterabhängig. Besonders deutlich zeigt sich das bei der sogenannten Duck Curve (Entenkurve): Während die verbleibende Stromnachfrage durch hohe Solarstromproduktion mittags stark sinkt, steigt sie abends wieder an.

Dadurch entstehen Preisschwankungen, die Batteriespeicher wirtschaftlich nutzen können. Gleichzeitig helfen sie, Stromerzeugung und Verbrauch besser aufeinander abzustimmen.

 

Wie lässt sich mit einem Batteriespeicher Geld verdienen?

Das Geschäftsmodell basiert vor allem auf dem sogenannten Strompreis-Arbitragehandel: Strom wird zu einem günstigen Zeitpunkt eingekauft, gespeichert und später zu einem höheren Preis wieder verkauft.

Ein vereinfachtes Beispiel verdeutlicht das Prinzip: An einem sonnigen Mittag kostet eine Megawattstunde Strom an der Börse lediglich 20 €. Ein Batteriespeicher nutzt diesen günstigen Zeitpunkt, um Strom einzukaufen und zwischenzuspeichern.

günstigen Zeitpunkt, um Strom einzukaufen und zwischenzuspeichern. Am Abend, wenn die Solarstromproduktion zurückgeht und gleichzeitig die Nachfrage steigt, erhöht sich der Börsenpreis oftmals auf 250 € je Megawattstunde. Daraus ergibt sich eine Preisdifferenz von 230 €, die sogenannte Handelsmarge. Davon müssen allerdings noch Speicherverluste, Handelsgebühren und laufende Betriebskosten abgezogen werden. Aus dieser Preisdifferenz entsteht die mögliche Handelsmarge.

Entscheidend ist dabei nicht, dass Strompreise negativ werden. Auch bei ausschließlich positiven Strompreisen können Batteriespeicher Geld verdienen, solange ausreichend große Preisunterschiede bestehen. Der Stromhandel erfolgt professionell und automatisiert. Der Eigentümer des Speichers muss selbst weder Strom kaufen noch Börsenpreise beobachten.

 

Wie sieht eine solche Investition konkret aus?

Ein interessantes Modell ermöglicht es Privatpersonen, einen eigenen, gewerblich genutzten Batteriespeicher zu erwerben. Der Anleger wird Eigentümer einer konkreten Speichereinheit, die über eine individuelle Identifikationsnummer einem bestimmten Standort zugeordnet werden kann.

Bei dem von uns betrachteten Modell erfolgt der Verkauf durch die Firma aurivolt energy. Die technische Betriebsführung und Stromvermarktung übernimmt ein von ihr beauftragtes professionelles Management, dessen Vergütung erfolgsabhängig an die erzielten Erlöse gekoppelt ist.

Eine beispielhafte Investition sieht folgendermaßen aus:

Eckdaten Beispiel:

Kaufpreis eines Speichers 140.000 € netto

Anschlussleistung 125 kW

Speicherkapazität 289 kWh

Betrachtungszeitraum 15 Jahre

Prognostizierte Stromhandelserlöse anfänglich ca. 20.000–23.000 € jährlich

Die Ertragsprognosen basieren auf einer Strommarktmodellierung des Energieberatungsunternehmens enervis. Dabei werden unter anderem der zukünftige Ausbau erneuerbarer Energien, die Stromnachfrage und die zunehmende Zahl von Batteriespeichern berücksichtigt.

Wichtig: Die genannten Erlöse sind Prognosen und keine garantierten Einnahmen.

 

Finanzierung: Eigenkapital oder Fremdkapital

Der Erwerb eines Batteriespeichers kann vollständig aus Eigenmitteln erfolgen. Alternativ besteht bei diesem Modell die Möglichkeit, bis zu 70 % des Kaufpreises über eine vom Anbieter organisierte Finanzierung zu einheitlichen Konditionen abzudecken.

Durch die Finanzierung reduziert sich der anfängliche Eigenkapitalbedarf deutlich. Gleichzeitig entstehen feste monatliche Zahlungsverpflichtungen, die unabhängig davon bestehen, wie erfolgreich der Speicher tatsächlich vermarktet wird.

Eine Finanzierung kann die Eigenkapitalrendite erhöhen, verstärkt aber ebenso mögliche Verluste und Liquiditätsengpässe.

 

Was bestimmt den wirtschaftlichen Erfolg eines Batteriespeichers?

Batteriespeicher profitieren vom zunehmenden Ausbau erneuerbarer Energien, denn je mehr Strom wetterabhängig erzeugt wird, desto wichtiger wird seine zeitliche Speicherung.

Allerdings bestehen auch Risiken: Mit der steigenden Zahl an Batteriespeichern wächst der Wettbewerb, wodurch sich die Preisunterschiede am Strommarkt verringern können (Kannibalisierung). Hinzu kommt die technische Alterung der Batterien (Degradation), durch die ihre nutzbare Kapazität im Laufe der Jahre sinkt. Beide Effekte sind in der langfristigen Ertragsprognose bereits berücksichtigt. Technische Schäden sind im Rahmen des vereinbarten Versicherungsschutzes abgesichert, Garantien für Restkapazität oder Stromhandelserlöse bestehen jedoch nicht.

Die langfristige Chance liegt im voraussichtlich deutlich steigenden Strombedarf, insbesondere durch Wärmepumpen, Elektromobilität sowie Rechenzentren und künstliche Intelligenz. Zusammen mit dem weiteren Ausbau von Wind- und Solarenergie kann dies den Bedarf an flexiblen Speicherkapazitäten erheblich erhöhen. Entscheidend bleibt, wie sich Stromnachfrage, erneuerbare Erzeugung und Speicherkapazitäten zueinander entwickeln.

 

Steuerliche Möglichkeiten als zusätzlicher Baustein

Neben den wirtschaftlichen Ertragschancen können Batteriespeicher auch steuerlich interessant sein. Voraussetzung ist bei diesem Modell unter anderem die Anmeldung eines eigenen Gewerbebetriebs.

Unter bestimmten Voraussetzungen ermöglicht der Investitionsabzugsbetrag (IAB), bis zu 50 % der geplanten Anschaffungskosten bereits vor dem Kauf steuerlich geltend zu machen. Bei einem Speicher für 140.000 € wären das rechnerisch bis zu 70.000 €.

Weitere Abschreibungsmöglichkeiten können die steuerliche Wirkung ergänzen. Ob und in welchem Umfang diese Vorteile genutzt werden können, muss vor der Investition individuell mit dem Steuerberater geklärt werden.

 

Für wen kann ein Batteriespeicher interessant sein?

Die Investition richtet sich an Anleger, die langfristig denken, unternehmerische Risiken tragen können und über ausreichende finanzielle Reserven verfügen. Besonders interessant kann das Modell für Selbstständige, Unternehmer und Menschen mit hohem zu versteuerndem Einkommen sein. Auch bei einer größeren Abfindung können die steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten eine nähere Prüfung rechtfertigen.

Für sicherheitsorientierte Anleger oder Personen, die jederzeit über ihr Kapital verfügen müssen, ist diese Anlageform dagegen nicht geeignet.

 

Unser Fazit: Die Wirtschaftlichkeit muss überzeugen

Batteriespeicher übernehmen eine zunehmend wichtige Rolle in der Energiewende und eröffnen privaten Anlegern neue unternehmerische Investitionsmöglichkeiten.

Für uns bei BSC steht dabei nicht die mögliche Steuerersparnis, sondern die langfristige Wirtschaftlichkeit im Vordergrund. Chancen und Risiken müssen gleichermaßen überzeugen.

Wer sich näher mit dem Modell beschäftigen möchte, kann uns gerne ansprechen. Wir stellen bei Interesse den Kontakt zu unserem Ansprechpartner bei der HW HanseInvest her.

Hinweis: BSC ist ausschließlich als Tippgeber tätig. Die genannten Zahlen sind unverbindliche Modellannahmen und keine garantierten Erträge. Die individuelle steuerliche Prüfung erfolgt durch den eigenen Steuerberater.

In diesem Beitrag

Du erreichst uns von Mo.-Do. zwischen 8.00 – 18.00 Uhr und am Fr. von 8.00 – 15.30 Uhr unter der Rufnummer
09261 – 96 28 60 oder per E-Mail an: info@bsc-gmbh.com.