Dieser Marktvergleich zur Grundf√§higkeitsversicherung schafft einen ersten √úberblick √ľber die derzeit angebotenen Tarife. Wie eine Grundf√§higkeitsversicherung im Detail funktioniert und wer eine braucht, findet ihr auch im Blog.

Die Grundf√§higkeitsversicherung wird mitunter damit beworben, dass die Ausl√∂ser f√ľr den Kunden leichter zu verstehen sind. Selbstverst√§ndlich ist die Definition der BU umfassender, da sie die ausge√ľbte T√§tigkeit mit einem Krankheitsbild in Verbindung setzt. Daf√ľr ist diese Definition im Versicherungsvertragsgesetz ¬ß172 festgeschrieben und findet sich so oder so √§hnlich in allen AVBen der BU-Versicherer wieder.

Das Produkt ist noch relativ jung und hat sich auch noch nicht bedeutend am Markt durchgesetzt. Das liegt wahrscheinlich daran, dass sie oft als Alternative zur Berufsunf√§higkeitsversicherung oder Erwerbsunf√§higkeitsversicherung beworben wird. Sie ist aber immer mehr im Kommen. Eine standardisierte Definition der einzelnen Grundf√§higkeiten gibt es bisher eben so wenig, wie einen Katalog, der festlegen w√ľrde, welche Grundf√§higkeiten in einer Grundf√§higkeitsversicherung enthalten sein m√ľssen.

Aus diesem Grund sind die einzelnen Tarife untereinander nur schwierig zu vergleichen. Deshalb muss ein Marktvergleich zur Grundf√§higkeitsversicherung her ūüôā
Lass dich kostenfrei vom Experten beraten!

Wie funktioniert die Grundfähigkeitsversicherung?

Die Grundf√§higkeitsversicherung sichert den Verlust von Sinnen und Grundf√§higkeiten ab. Also keine erlernten Fertigkeiten, sondern angeborene F√§higkeiten. Deswegen besteht, anders als bei der Berufsunf√§higkeitsversicherung, kein Zusammenhang zwischen den Leistungsausl√∂sern und meinem Beruf. In manchen F√§llen kann das zwar schon vorkommen, aber das ist dann Zufall. Ein Fliesenleger ist z.B. berufsunf√§hig, wenn er sich nicht mehr knien und b√ľcken kann. In diesem Fall w√ľrde er Geld von der BUV und der Grundf√§higkeitsversicherung erhalten.

Psychische Erkrankungen in der Grundfähigkeitsversicherung

Anders als oft angenommen, sind psychische Erkrankungen in der Grundf√§higkeitsversicherung sehr wohl mitversichert. Allerdings muss diese Erkrankung zu einer Pflegebed√ľrftigkeit f√ľhren. Das ist sicherlich nicht so einfach, aber auch nicht unm√∂glich. Die Swiss Life, die Gothaer, die N√ľrnberger, der Volkswohl Bund, die Stuttgarter, der Tarif der Bayerischen und die Dortmunder bieten einen Baustein f√ľr psychische Erkrankungen an. Wie sinnvoll das ist, steht weiter unten ūüôā

Die Leistungsauslöser im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Im Folgenden soll der Versuch unternommen werden, zumindest die einzelnen Definitionen der Leistungsausl√∂ser aller am Markt angebotenen GFV gegen√ľberzustellen. Diese Gegen√ľberstellung wird erg√§nzt durch einen Vorschlag f√ľr eine ideale Definition sowie einer subjektiven Einsch√§tzung der Leistungsausl√∂ser im Leistungsfall.

Die Reihenfolge der besprochenen Leistungsauslöser orientiert sich an den AVB des Vital-Schutzes Premium der Swiss Life, weil dieser bei Erstellung des Vergleichs die meisten Leistungsauslöser anbot, wenn man die Leistungsauslöser, die den Intellekt betreffen, des Multi-Safe der Prisma Life sinnvoll zusammenfasst.

Pflegebed√ľrftigkeit und erg√§nzende Bausteine, wie z.B. Schwere Krankheiten, bleiben hier unbeachtet. Das w√ľrde zu weit f√ľhren. Und interessiert mich auch nicht ūüėČ

Prognosezeitraum lag bei 12 Monaten, jetzt haben die meisten 6 Monate

Der Prognosezeitraum der Grundf√§higkeitsversicherung am Markt lag bei 12 Monaten. Jetzt haben der Grundf√§higkeits-Schutzbrief der Zurich, der Premium-Tarif der N√ľrnberger, die Bayerische, die Canada Life, die Stuttgarter, die Allianz, die Swiss Life, der Volkswohl Bund und die Grundf√§higkeitsPolice der Aachen M√ľnchener auf sechs Monate verk√ľrzt. Bei der WWK liegt der fingierte Prognosezeitraum bei sechs Monaten.

Da der Verlust einer Grundf√§higkeit in den allermeisten F√§llen von Dauer sein wird, hilft einem die Verk√ľrzung aber dennoch, um fr√ľher an die versicherte Rente zu kommen. Au√üerdem ist es durchaus denkbar, dass z.B. nach einem Schlaganfall die Sprachf√§higkeit nach acht Monaten wiederhergestellt ist. Bei der Zurich, der Bayerischen, der Aachen M√ľnchener und der N√ľrnberger w√§ren das acht Monatsrenten, bei den anderen Versicherern null Euro. Es ist zu erwarten, dass die Mitbewerber hier nachziehen. Trotzdem gibt es immer wieder neue Tarife, die auf 12 Monate bestehen… Da haben die Produktentwickler wohl nicht meinen Blog gelesen ūüôā

Sehen im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Die ersten Grundf√§higkeiten sind in den AVB immer die Sinne Sehen, H√∂ren, Sprechen und der Intellekt. Das mag daran liegen, dass die Sinne sich einigerma√üen objektiv darstellen lassen. Zumindest bei der Definition der Grundf√§higkeit ‚ÄěSehen‚Äú gibt es nix zu meckern. Im Mittel aller Anbieter lautet diese wie folgt:

‚ÄěDer hochgradige Verlust der Sehf√§higkeit liegt vor, wenn die versicherte Person nur noch ein sehr geringes Restsehverm√∂gen hat oder an einer starken Einschr√§nkung des Gesichtsfeldes leidet.

Folgende Leistungskriterien, bezogen auf das bessere und voll korrigierte Auge, m√ľssen erf√ľllt sein:

РRestsehvermögen von höchstens 3/60 bzw. 0,05

oder

– Einschr√§nkung des Gesichtsfeldes auf ‚ȧ 15 Grad Abstand vom Zentrum, also Gesamtgesichtsfeldwinkel ‚ȧ 30 Grad. Diese Einschr√§nkungen d√ľrfen nach aktuellem medizinischem Wissenstand nicht durch Brillen, Kontaktlinsen oder andere medizinische Ma√ünahmen (ohne Vollnarkose) behebbar bzw. verbesserbar sein.‚Äú

Fast alle Anbieter definieren ein Restsehvermögen von 5% oder ein Gesamtgesichtsfeldwinkel von 30 Grad, das sich durch zumutbare medizinische Maßnahmen nicht verbessern lässt. Hiervon weicht die Zurich negativ ab, weil sie einen Gesamtgesichtsfeldwinkel von 20 Grad definiert. Die Canada Life definiert seit Juli 2019 das Restsehvermögen mit 5%. Bei der WWK muss die Sehkraft auf beiden Augen vollständig erloschen sein.

Unterm Strich zeigt der Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung, dass man bei allen Anbietern ziemlich blind sein, um Leistung zu erhalten.

Sprechen

Bei der Definition des Sinnes ‚ÄěSprechen‚Äú w√§re eine bessere Definition denkbar. Idealerweise w√ľrde die Sprechf√§higkeit durch einen unbeteiligten Dritten gepr√ľft. Kann sich der Versicherte einem unbeteiligten Dritten nicht mehr mit Namen vorstellen, muss der Versicherer leisten. Das w√§re einigerma√üen objektiv, da man davon ausgehen darf, dass der eigene Name einem am gel√§ufigsten ist, unabh√§ngig davon, wie kompliziert dieser ist. Derzeit gibt es keine Grundf√§higkeitsversicherung, die so pr√ľft. Der Tarif der Gothaer und der Volkswohl Bund stellt immerhin auf den unbeteiligten Dritten ab.

Die Definitionen der Versicherer beziehen sich manchmal auf objektive Testverfahren, wie z.B. den Aachener Aphasietest, was auch in Ordnung ist. Am besten definiert hier wohl die N√ľrnberger:

‚ÄěEin Verlust der Sprechf√§higkeit liegt vor, wenn die versicherte Person die Sprechf√§higkeit aufgrund k√∂rperlicher Ursachen v√∂llig verloren hat oder Worte spricht, die ohne jegliche Bedeutung oder Vorkommen in der jeweiligen Sprache sind. Die Sch√§digung muss mittels Aachener-Aphasie-Test best√§tigt sein. Psychogene St√∂rungen oder Stottern fallen nicht unter den Versicherungsschutz.‚Äú

Wer muss mich noch verstehen?

Positiv hervorzuheben ist hier, dass nicht auf das soziale Umfeld abgestellt wird, dass den Versicherten noch verstehen k√∂nnen muss und dass das Vorkommen auf die jeweilige Sprache begrenzt ist, w√§hrend andere auf jede bekannte Sprache verweisen. Wie das gehen soll, ohne dass sich der Versicherer l√§cherlich macht, sei dahingestellt. Es ist jedenfalls nicht anzunehmen, dass ein Gericht die Leistung verweigern w√ľrde, weil der Versicherte noch Worte sprechen kann, die in einer anderen als der Muttersprache eine Bedeutung haben. Das w√§re K√§se.

Die Gothaer und jetzt auch der Volkswohl Bund und die Bayerische stellt auf einen unbeteiligten Dritten aus dem sozialen Umfeld ab. Das ist besser als der Durchschnitt, aber noch nicht perfekt ūüôā

Psychische Ursachen greifen hier nicht

Psychische Ursachen sind bei fast allen Versicherern explizit ausgeschlossen. Bei der DEVK muss der Sprachverlust organische Ursachen haben, was wohl das gleiche ist. Da wäre bei strenger Auslegung aber der Nachweis einer organischen Ursache wohl etwas schwieriger als der Nachweis, dass es nix mit der Psyche zu tun hat.

Die Swiss Life definiert am genauesten und verlangt, wie auch die Dortmunder, der Tarif der Gothaer und die Aachen M√ľnchener den abgeschlossenen Spracherwerb, was in der Regel mit sieben Jahren der Fall ist. Au√üerdem die Verwendung geeigneter Hilfsmittel und einen Nachweis durch ein neurologisches Gutachten. Ob ein Gutachten hier zus√§tzlich notwendig ist, sei dahingestellt.

Der Rest der Tarife am Markt definiert dem Grunde nach wie die Swiss Life. Die WWK verlangt einen vollst√§ndigen Verlust, die Aachen M√ľnchener bezieht sich auf die Umwelt, die mich verstehen muss. Hier lie√üe sich mit einem guten Anwalt einiges erreichen, da das nicht hinreichend genau definiert ist.

Hören im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Das Hören ist wieder ganz ähnlich dem Sehen sehr ordentlich und objektiv definiert. Dabei zeigt der Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung, dass sich alle auf einen dauerhaften Hörverlust von 80% geeinigt. Der Volkswohl Bund verlangt nur 75% und ist damit am Besten. Ist aber immer noch ziemlich taub.

Die Zurich definiert das folgendermaßen:

‚ÄěEin Verlust der Grundf√§higkeit des H√∂rens liegt vor, wenn bei der versicherten Person eine Schwerh√∂rigkeit auf beiden Ohren derart besteht, dass im Frequenzbereich des gesprochenen Wortes bei 1.000 bis 3.000 Hz, mittels Tonaudiogramm (Knochenleitung) ein H√∂rverlust von mindestens 80 % nachgewiesen wird. Der Verlust der Grundf√§higkeit des H√∂rens muss au√üerdem durch ein weiteres anerkanntes Testverfahren (zum Beispiel BERA) best√§tigt werden.‚Äú

Dass die Zurich hier nicht explizit die Verwendung von Hilfsmittel fordert, bedeutet keinesfalls, dass sie es nicht verlangt. Die Verwendung von Hilfsmittel ist an anderer Stelle in den AVB f√ľr alle Grundf√§higkeiten geregelt. Negativ zu bewerten ist hier, dass der H√∂rverlust mit Hilfe zweier Testverfahren belegt werden muss. Das verlangen die Mitbewerber nicht.

20% Resthörvermögen oder Verlust von 60db?

Die Prisma Life, der Tarif N√ľrnberger, die Bayerische und die Allianz verlangen eine Einschr√§nkung auf beiden Ohren von 60 db oder mehr. Das liegt an der unteren Grenze des hochgradigen H√∂rverlustes, w√§hrend ein Resth√∂rverm√∂gen von 20% an der oberen Grenze hin zur Taubheit liegt.

Die DEVK verlangt den beidseitigen Verlust der H√∂rf√§higkeit f√ľr Schallreize unter 90 db.

Ausgeschlossen ist der psychogene Hörverlust.

Es gibt zwar tendenziell bei der Prisma Life, der Allianz, der Bayerischen, dem Volkswohl Bund und der N√ľrnberger schneller eine Leistung, aber unterm Strich muss ich so gut wie taub sein.

Gleichgewicht im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Beim Gleichgewichtssinn teilt sich der Markt in zwei Lager. Die Grundf√§higkeitsversicherung der N√ľrnberger, die Stuttgarter und der Vitalschutz der Swiss Life definieren objektiv und beinahe inhaltsgleich wie folgt (Swiss Life):

‚ÄěEin Verlust des Gleichgewichtssinnes liegt vor, wenn die Versicherte (sic!) Person weder 10 Meter entlang einer imagin√§ren Linie (Strichgang) mit geschlossenen Augen ohne Fallneigung auf festem und ebenem Boden mit einem f√ľr Gehwege √ľblichen Bodenbelag gehen kann noch 50 Schritte auf fester und ebener Stelle mit geschlossenen Augen treten kann, ohne sich dabei um mindestens 45 Grad zur Seite zu drehen oder mit geschlossenen Augen und parallelem Fu√üstand keine 60 Sekunden auf fester und ebener Stelle stehen kann, ohne Fallneigung zu bekommen.

Der Versicherte muss den Verlust des Gleichgewichtssinnes anhand eines fach√§rztlichen HNO-Befundberichts nachweisen. Die St√∂rung muss durch eine Verletzung oder organische Erkrankung des Gehirns (z. B. Multiple Sklerose, Sch√§delhirntrauma, Schlaganfall, Hirntumor, Epilepsie) oder eine nachweisbare Sch√§digung des Gleichgewichtsorgans oder eine Sch√§digung der kleinen Nerven der F√ľ√üe und Unterschenkel (Polyneuropathie) verursacht worden sein, was vor allem bei Diabetikern der Fall sein kann.

Ausschluss Alkoholmissbrauch

Ausdr√ľcklich vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind Polyneuropathien, die nachweisbar auf Alkoholmissbrauch zur√ľckzuf√ľhren sind und alle F√§lle von Gleichgewichtsst√∂rungen auf Basis einer psychiatrischen Erkrankung.‚Äú

Diese Definition ist ausreichend objektiv und im Sinne der Transparenz nur schwer zu verbessern.

Das andere Lager, bestehend aus K√∂rperschutzPolice der Allianz, ‚ā¨xistenzschutz des Volkswohl Bundes, Canada Life, Gothaer und Prisma Life stellt darauf ab, dass ein Besteigen von Leitern und Ger√ľsten nicht mehr ohne Unfallgefahr m√∂glich w√§re. Wie dieser Nachweis zu f√ľhren sei, bleibt unklar.

Nur die Gothaer definiert hier, dass die “stark erh√∂hte Unfallgefahr” sich nach den Kategorien B-D der Gef√§hrdungskategorien der arbeitsmedizinischen Beurteilung bemisst. Das ist im Kundensinne zu begr√ľ√üen, weil es dadurch objektiver ist.

Die Definition der Gothaer und die der Grundf√§higkeitsversicherung der N√ľrnberger und des Vital-Schutzes der Swiss Life sind den anderen wegen der besseren √úberpr√ľfbarkeit vorzuziehen.

Zurich, Aachen M√ľnchener und WWK haben diesen Punkt nicht als Leistungsausl√∂ser definiert.

Lass dich kostenfrei vom Experten beraten!

Gebrauch der Hände im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Diese Grundf√§higkeit wird f√ľr √§u√üerst wichtig erachtet und wurde werblich vom Volkswohl Bund hervorragend in Szene gesetzt. Der ‚ā¨xistenzschutz war der erste Tarif am Markt, der beim Verlust der Grundf√§higkeit ‚ÄěGebrauch der H√§nde‚Äú auf nur eine Hand abstellt. Mittlerweile haben sich die meisten Wettbewerber dem Marktdruck gebeugt. Nur noch Prisma Life und WWK pr√ľfen, ob beide H√§nde nicht mehr funktionst√ľchtig sind.

Um diese Grundf√§higkeit zu testen, m√ľsste auf Kraft und Motorik gleicherma√üen gepr√ľft werden, da meine H√§nde entweder durch den Verlust der Kraft oder der Koordination verloren werden kann. Was die Koordination anbelangt, so w√§re eine objektive Testung, einen Kreis von 10cm Durchmesser mit einem Kugelschreiber innerhalb von 2 Minuten vollst√§ndig auszumalen, ohne dabei um x% von einer gesunden Vergleichsgruppe abzuweichen.

Auch vorstellbar w√§re es, in 2 Minuten einen Haust√ľrschl√ľssel-Rohling von einer Tischplatte mit einer Hand aufzuheben, den Schl√ľssel einh√§ndig in ein Schloss einzuf√ľhren und die T√ľr mithilfe des Schl√ľssels einh√§ndig zu √∂ffnen.

In beiden √úbungen w√ľrden Greiff√§higkeit und die Beweglichkeit des Handgelenks gepr√ľft.

Interessanterweise hat der Volkswohl Bund jetzt den Schl√ľssel mit in den Katalog aufgenommen. Herzlichen Dank daf√ľr ūüôā

Um die Kraft in einem Marktvergleich zur Grundf√§higkeitsversicherung objektiv zu pr√ľfen, w√§re es beispielsweise sinnvoll, ein Gewicht von x kg an einem Seil mit der Dicke von x mm f√ľr x Minuten zu halten, ohne dass das Seil um mehr als x cm verrutscht.

Lass dich kostenfrei vom Experten beraten!

Beste Definition im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung schwierig zu bestimmen

Welches die beste L√∂sung am Markt ist, ist nicht leicht zu sagen. Sehr kundenfreundlich scheint die Definition der N√ľrnberger:

‚ÄěEin Verlust des “Gebrauch der H√§nde” liegt vor, wenn die versicherte Person mit der linken oder mit der rechten Hand nicht f√§hig ist, eine ge√∂ffnete Flasche mit Schraubverschluss zu schlie√üen und wieder zu √∂ffnen oder eine 5mm-Schraube mit dem Schraubendreher in ein ged√ľbeltes Loch zu schrauben und zu l√∂sen.‚Äú

Der Versicherte hat zumindest zwei Möglichkeiten, die auch beide einigermaßen definiert sind. Am objektivsten definiert ist ohne Zweifel die Swiss Life:

“Ein Verlust der Grundf√§higkeit des Gebrauchs der H√§nde liegt vor, wenn die Versicherte Person mit der rechten oder mit der linken Hand nicht mehr in der Lage ist, eine handels√ľbliche Gl√ľhbirne oder LED Birne in den dazugeh√∂rigen Schraubsockel (E27-Sockel) einer Tischlampe zu stecken und so weit hineinzudrehen, dass die Birne leuchtet und anschlie√üend wieder vollst√§ndig herauszudrehen.
Die Beschwerden, die zu den motorischen Einschr√§nkungen f√ľhren, m√ľssen durch entsprechende krankhafte Befunde (z.B. Zustand nach Schlaganfall, Morbus Parkinson) erkl√§rbar sein.”

Viel hilft viel

Sehr gut ist auch die Definition der Canada Life, die ein weites Spektrum abdeckt:

‚ÄěEin Verlust liegt vor, wenn die versicherte Person mit der linken oder der rechten Hand nicht mehr in der Lage ist, eine der nachfolgend aufgef√ľhrten T√§tigkeiten auszu√ľben:

  • Tastatur zu bedienen,
  • Schreibstift zu benutzen,
  • Flasche mit Schraubverschluss zu √∂ffnen,
  • Schraubendreher zu benutzen,
  • Rohrzange zu benutzen,
  • Schere zu benutzen.‚Äú

Im Einzelnen sind die Auslöser nicht unbedingt griffig definiert, da eine Schere vielseitig zu benutzen ist. Ein Friseur wird das anders verstehen als ein Schneider. Aber die Auswahl ist durchaus nachahmenswert.

Gothaer ohne Einschränkung

Am allerbesten hat es derzeit aber die Gothaer definiert. Hier ist von allt√§glichen Verrichtungen die Rede. Als Beispiele werden die Flasche, der Schraubendreher, die Schere und der Schl√ľssel genannt. Es sind aber explizit Beispiele und keine geschlossene Aufz√§hlung.

Auslegungsbed√ľrftig ist hingegen die Definition der WWK, die verlangt, einen Schreibstift zu benutzen und eine Tastatur zu bedienen. Das ‚Äěund‚Äú l√§sst sich dahingehend verstehen, dass beides nicht mehr m√∂glich sein darf. Unabh√§ngig davon, was mit ‚Äěbenutzen‚Äú und ‚Äěbedienen‚Äú genau gemeint ist, darf hier wohl keiner auf Leistung hoffen, der den Leistungsantrag selbst zu Papier bringen kann. Hier sollte man besser mich anrufen ūüėČ

Im Tarif der Aachen M√ľnchener steht, dass der Verlust vorliegt, wenn ich nicht mit der rechten oder der linken Hand eine Faust schlie√üen kann und dabei ein Gewicht von 250 g halten kann. In welcher Form das Gewicht zu halten ist, ist nicht definiert. Au√üerdem geht es auch √ľber den ber√ľhmten Wasserhahn. Die Formulierung mit dem “oder” ist missverst√§ndlich, da der Leistungsausl√∂ser aber “Eine Hand gebrauchen” hei√üt, muss er so verstanden werden, dass der Verlust bei einer von beiden H√§nden ausreichend ist.

Greifen und Halten

Versichert ist das nur bei der N√ľrnberger, der Stuttgarter und der Allianz. Der Tarif der N√ľrnberger hat hier sinnvoller, weil objektiver definiert. Das sieht so aus:

Die F√§higkeit der versicherten Person, mit einer Hand einen Gegenstand zu greifen und zu halten, ist zumindest an einer ihrer beiden H√§nde stark beeintr√§chtigt. Das bedeutet, dass sie mit der linken oder mit der rechten Hand nicht mehr in der Lage ist, einen leichten Alltagsgegenstand (z. B. ein Wasserglas, einen Stift oder einen Kochl√∂ffel) zu greifen und ununterbrochen f√ľr 5 Minuten, auch unter Ablage des Unterarmes, in der Luft zu halten, ohne dass er ihr aus der Hand f√§llt.

Im Gegensatz zur Allianz ist definiert, wie das Greifen und Halten auszusehen hat. Was ein leichter Alltagsgegenstand ist, darf ich mir anscheinend aussuchen. Je nach Krankheit kann dieser Leistungsausl√∂ser sehr hilfreich sein. Sofern ich den ¬ß 305c (2) BGB kenne… ūüėČ

Gebrauch der Arme

Während bei dem Gebrauch der Hände noch zwischen feinmotorischen Tätigkeiten und reiner Kraft unterschieden werden muss, ist der Gebrauch der Arme schon gut durch Kraft und Bewegungsradius zu bestimmen.

Die Definitionen sind hier recht ähnlich. Bei den meisten Versicherern muss der Versicherte außerstande sein, den linken oder den rechten Arm auf Schulterhöhe zu heben und darf zusätzlich nicht mehr in der Lage sein, mit dem betroffenen Arm einen Gegenstand von 5kg Gewicht 5 Meter weit zu tragen.

Der Leistungsauslöser der Swiss Life verlangt, dass der Gegenstand einen Griff hat.

Bei der Zurich wiegt der Gegenstand nur 2 Kilo. Außerdem wird nicht explizit erwähnt, dass ein Arm ausreichend wäre. Allerdings ist die Formulierung dahingehend zu verstehen:

‚ÄěEin Verlust der Grundf√§higkeit des Gebrauchs beider Arme liegt vor, wenn die versicherte¬†Person nicht mehr in der Lage ist, die Arme bis auf Schulterh√∂he zu heben‚Äú

Zeitliche Definition fehlt

Kann ich nur einen Arm heben, sind es nicht die Arme. Negativ zu werten ist allerdings, dass hier nicht definiert ist, wie lange die Arme in dieser Position zu halten sind.

Der Volkswohl Bund und die Stuttgarter haben hier eine andere Definition, die aber als sehr kundenfreundlich zu werten ist:

‚ÄěEin Verlust liegt vor, wenn die versicherte Person nicht mehr in der Lage ist, den linken oder den rechten Arm

Рseitwärts zu bewegen und abgespreizt auf Schulterhöhe 10 Sekunden zu halten sowie

Рnach vorne zu bewegen, abgespreizt auf Schulterhöhe 10 Sekunden zu halten und in beide Richtungen zu drehen.“

Hier wird also nicht die Kraft gemessen, sondern alleine der Bewegungsradius. Die Dortmunder hat sicher nicht zufällig genau die gleiche Definition.

Lass dich kostenfrei vom Experten beraten!

Arbeiten auf Schulterhöhe. Was ist das?

Bei der Grundfähigkeitsversicherung der Allianz kommt es darauf an, ob man noch mit dem linken oder dem rechten Arm in Schulter- bzw. Brusthöhe arbeiten kann. Diese Formulierung kann sehr kundenfreundlich sein. Allerdings bedarf es einer genaueren Auslegung, um das zu bewerten.

Grundsätzlich hat die Grundfähigkeitsversicherung keinerlei Bezug zu meiner Arbeit. Wenn die KörperschutzPolice der Allianz hier aber auf die Fähigkeit, in Brusthöhe zu arbeiten, abstellt, muss zunächst vermutet werden, dass damit meine Arbeit gemeint ist.

F√ľr einen B√ľroangestellten wird es hier schwierig werden, da dieser f√ľr gew√∂hnlich nie in Brusth√∂he arbeitet. Im Zweifel wird das dann √ľber ¬ß305 c (2) BGB zugunsten des Kunden geregelt werden.

Unterm Strich sollte die Allianz, wie auch die Prisma Life hier nachbessern und genauer definieren, was unter ‚Äěarbeiten‚Äú zu verstehen ist. Der Automechaniker k√∂nnte hier schneller Leistung verlangen als der B√ľroangestellte. Was selbstverst√§ndlich Quatsch ist.

Je genauer definiert, desto besser schneide ich im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung ab

Der Tarif der N√ľrnberger gef√§llt mir hier sehr gut, weil hier definiert ist, dass ein Gegenstand von 200g vom Regal genommen und wieder platziert werden muss. Ich muss also nicht auf Schulterh√∂he arbeiten, sondern auf Schulterh√∂he eine bestimmte T√§tigkeit ausf√ľhren. Der Tarif der Bayerischen hat das genauso definiert. F√ľr alle unter 7 Jahren muss der Gegenstand nur 100g leicht sein.

Die Gothaer verlangt, den Arm auf Schulterh√∂he f√ľr 10 Sekunden zu halten, um dann beispielsweise ein Glas in ein Regal einzusetzen. Auch nicht schlecht.

Der Tarif der Canada Life und die WWK definiert hier √ľber die F√§higkeit, eine Jacke anziehen zu k√∂nnen. Hier ist nur auf die Beweglichkeit abgestellt.

Um Leistung auszul√∂sen, bed√ľrfte es bei der WWK den Verlust zwei weiterer Grundf√§higkeiten.

Die Aachen M√ľnchener verlangt einen Nackengriff und einen Sch√ľrzengriff. Ich muss also mit meinen H√§nden gleichzeitig meinen Nacken ber√ľhren k√∂nnen und au√üerdem auch beide H√§nde am R√ľcken zusammenf√ľhren k√∂nnen. Auf welcher H√∂he und wie weit die Zusammenf√ľhrung sein muss, ist nicht definiert.
Es m√ľssen aber beide H√§nde sein.

Der Tarif der DEVK √ľbernimmt den Ausl√∂ser der Aachen M√ľnchener beinahe w√∂rtlich.

Die Bayerische hat nun zus√§tzlich den Nacken- und Sch√ľrzengriff √ľbernommen. Hier wird aber schon bei einem Arm geleistet. Damit ist die Definition der Bayerischen flexibler als der Markt!

Knien und B√ľcken im Marktvergleich zur Grundf√§higkeitsversicherung

Diese Grundfähigkeit wird wahrscheinlich einer der häufigsten Leistungsauslöser werden, wenn die Bestände mal alt genug sind, da davon auszugehen ist, dass körperlich Tätige am ehesten Einschränkungen des ganzen Bewegungsapparates erfahren werden.

Die sauberste Definition, aber nicht die kundenfreundlichste, hat hier wieder die Grundfähigkeitsversicherung der Swiss Life:

‚ÄěEin Verlust der Grundf√§higkeit des Kniens oder B√ľckens liegt vor, wenn die Versicherte (sic!) Person nicht mehr in der Lage ist, sich aus eigener Kraft

Рauf den Boden hinzuknien, dabei maximal eine ununterbrochene Pause von höchstens einer Minute einzulegen und sich danach wieder aufzurichten oder

– so weit zu b√ľcken (auch mit angewinkelten Knien), um mit zumindest

einem Finger den Boden zu ber√ľhren und sich danach wieder aufzurichten.

Die Beschwerden, die zu den motorischen Einschr√§nkungen f√ľhren, m√ľssen durch entsprechende krankhafte Befunde (z. B. schwere Arthrose) erkl√§rbar sein.‚Äú

B√ľcken und Stift aufheben

Allerdings scheint die Definition der Grundf√§higkeitsversicherung der Zurich leichter erreichbar, da der Versicherte sich b√ľcken und einen Bleistift vom Boden aufheben muss. W√§hrend eine Ber√ľhrung des Bodens mit den Fingerkuppen m√∂glich ist, ben√∂tigt man mindestens die Fingerspitzen, um einen Bleistift aufzuheben. Es ist also eine Kombination zweier Grundf√§higkeiten.

Die der Grundf√§higkeitsversicherung der WWK ist sehr √§hnlich, wenn sie schreibt, man m√ľsse einen leichten Gegenstand vom Boden aufheben. Allerdings ist das wieder einigerma√üen unpr√§zise und es m√ľssen hier wieder zwei weitere Grundf√§higkeiten verloren gehen, um Leistung zu erhalten.

Die restlichen Anbieter einer Grundfähigkeitsversicherung folgen der Definition der Swiss Life.

Der Tarif der Bayerischen weicht hier in zwei Punkten positiv ab. Zum einen legt sie fest, dass ich mich mit beiden Beinen hinknien muss und zum anderen muss das Hinknien und anschließende Erheben ohne Unterbrechung geschehen.

Heben und Tragen

Hier hat wieder die die Grundfähigkeitsversicherung der Swiss Life die präziseste Definition:

‚ÄěEin Verlust der Grundf√§higkeit des Hebens und Tragens liegt vor, wenn die Versicherte (sic!) Person mit der rechten oder mit der linken Hand nicht mehr in der Lage ist, einen mit einem Griff versehenen Gegenstand, der ein Gewicht von 2 kg hat, vom Boden anzuheben und mit dieser Hand 1 Minute lang zu halten.

Die Beschwerden, die zu den motorischen Einschr√§nkungen f√ľhren, m√ľssen durch entsprechende krankhafte Befunde (z. B. Zustand nach Schlaganfall, schwere Arthrosen) erkl√§rbar sein.‚Äú

Au√üer der Aachen M√ľnchener, dem Volkswohl Bund, der Gothaer, der DEVK, der Canada Life, der Bayerischen und der WWK, bei der wieder zwei zus√§tzliche Grundf√§higkeiten f√ľr den Eintritt des Leistungsfalles verloren gehen m√ľssen, hat diesen Leistungsausl√∂ser sonst niemand.

Bei der Gothaer m√ľssen 5 kg gehoben und getragen werden. Im Tarif der Bayerischen m√ľssen alle unter 7 Jahren nur 1 KG heben und tragen.

Lass dich kostenfrei vom Experten beraten!

√Ąhnlichkeit zu “Heben und Tragen”

Dieser Leistungsausl√∂ser liegt sehr nahe an der Definition ‚ÄěGebrauch der Arme‚Äú, wo neben dem Heben der Arme auf Schulterh√∂he bei manchen Versicherern auch das Tragen eines f√ľnf Kilo schweren Gewichtes verlangt wird. Wahrscheinlich hat sich die Gothaer daran orientiert.

Dennoch kann man sich auch Erkrankungen und Verletzungen vorstellen, die das eine noch ermöglichen, dass andere aber nicht mehr.

Interessant ist hier vielleicht, dass die Aachen M√ľnchener, die DEVK, die Canada Life, die N√ľrnberger und die WWK davon sprechen, dass man mit dem Arm nicht mehr f√§hig sei, w√§hrend die Swiss Life von der Hand spricht.

Die Dortmunder und die Zurich hat das nicht versichert.

Schreiben

Diesen Leistungsausl√∂ser haben nur die Swiss Life, die Stuttgarter, die Gothaer, der Tarif der Bayerischen, die Dortmunder, der Volkswohl Bund und die N√ľrnberger in den Bedingungen stehen. Die Swiss Life definiert:

‚ÄěEin Verlust der Grundf√§higkeit des Schreibens liegt vor, wenn die Versicherte (sic!) Person nicht mehr in der Lage ist, mit der linken oder mit der rechten Hand mit einem Schreibstift mindestens 5 W√∂rter mit jeweils mindestens 10 Buchstaben in Druckbuchstaben zu schreiben oder abzuschreiben, so dass ein unbeteiligter Dritter diese W√∂rter lesen kann. Die Beschwerden, die zu den motorischen Einschr√§nkungen f√ľhren, m√ľssen durch entsprechende krankhafte Befunde (z.B. Zustand nach Schlaganfall, Morbus Parkinson) erkl√§rbar sein.‚Äú

An dieser Definition gef√§llt besonders, dass die √úberpr√ľfung der Schreibfertigkeit durch einen unbeteiligten Dritten erfolgt und dass die L√§nge der W√∂rter definiert ist.

Die N√ľrnberger definiert etwas genauer, weil sie auf die dominante Schreibhand abstellt.

An sich ist die Grundf√§higkeit ‚ÄěSchreiben‚Äú nur eine weitere Facette der Grundf√§higkeit ‚ÄěH√§nde gebrauchen‚Äú, allerdings eben eher auf der feinmotorischen Ebene. Die Bayerische teilt das Schreiben und das Bedienen einer Tastatur, w√§hrend die Gothaer das unter dem Begriff Schreiben zusammenfasst.

Gebrauch der Beine im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Wahrscheinlich die kundenfreundlichste Definition im Vergleich hat hier die Grundfähigkeitsversicherung der Allianz:

‚ÄěDie ‚Üíversicherte Person ist nicht mehr in der Lage, eine¬†von 400 Metern selbstst√§ndig und ohne Unterbrechung zur√ľckzulegen oder eine Treppe von 12 Stufen selbstst√§ndig und ohne Unterbrechung hinauf- und hinabzusteigen.
Beschwerden, die zu den motorischen Einschr√§nkungen f√ľhren, m√ľssen durch entsprechende krankhafte Befunde erkl√§rbar sein.‚Äú

Diese 400m und die 12 Stufen finden sich in allen anderen Definitionen ebenfalls wieder. Aber bei den anderen Versicherern ist die Pause mit einer Minute definiert, w√§hrend es bei der Allianz “ohne Unterbrechung” hei√üt. Das kann schon deutlich weniger sein.

Allerdings definiert die Allianz keine Hilfsmittel, weshalb es hier schon mal eine Ablehnung eines Falles gab, wo die Allianz auf die Benutzung von Unterarmst√ľtzen bestand.

Der Tarif der N√ľrnberger und die Gothaer schlie√üen diese explizit als Hilfsmittel aus. Die Bayerische schlie√üt lediglich Gehstock, Kr√ľcken und Rollatoren aus. Damit schneiden die N√ľrnberger und die Gothaer im Vergleich dieser Grundf√§higkeit unterm Strich am besten ab.

200m nur noch bei der WWK

Nachdem die Canada Life zum Juli 2019 auf 400m nachgebessert hat, verlangt nur noch die WWK nur 200m gehen zu k√∂nnen, was den Leistungszugang deutlich erschweren d√ľrfte. Au√üerdem ist bei der WWK bei dieser Grundf√§higkeit wieder der Verlust zwei weiterer Grundf√§higkeiten notwendig.

Der Tarif der Canada Life und die WWK verzichten beim Treppensteigen explizit auf die Benutzung eines Gel√§nders, was im Kundensinne zu begr√ľ√üen ist.

Die Definition der Prisma Life ist beinahe ebenso gut wie die der Allianz. Allerdings ist hier vorgegeben, dass der Verlust aufgrund einer Erkrankung oder Verletzung des Bewegungsapparates, des R√ľckenmarkes, einer Erkrankung der peripheren Gef√§√üe, der Lunge oder des Herz-Kreislaufsystems notwendig. Dadurch sind andere Erkrankungen, wie z.B. Diabetes oder ein Schlaganfall nicht von der Definition erfasst.

Der Tarif der Aachen M√ľnchener hat das Treppensteigen nicht im Programm, aber definiert sehr sch√∂n, dass die 400m in 20 Minuten zur√ľckgelegt werden m√ľssen.

Die DEVK hat das wieder wie die Aachen M√ľnchener definiert.

Diesen Leistungsauslöser haben alle Anbieter im Programm.

Stehen im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Der Tarif der Canada Life, DEVK, WWK, der Volkswohl Bund, die N√ľrnberger, die Dortmunder, die Bayerische und die Swiss Life leisten, wenn man au√üerstande ist, 10 Minuten zu stehen, ohne sich festzuhalten. Bei der WWK ist der Verlust zweier weiterer Grundf√§higkeiten notwendig, um eine Leistung zu erhalten.

Der Tarif der Swiss Life und die Bayerische definieren, dass der Versicherte barfuß auf festem und ebenem Boden stehen muss.

Die N√ľrnberger schlie√üt auch hier die Unterarmst√ľtzen aus! Der Tarif der Gothaer nicht explizit.

Sitzen

Diese Grundf√§higkeit haben alle Anbieter au√üer der Allianz, der Aachen M√ľnchener und der Zurich im Programm. Die h√§ufigste Formulierung lautet:‚Äú Der Versicherte ist nicht mehr in der Lage, 20 Minuten ununterbrochen zu sitzen, auch nicht mit √Ąnderung der Sitzposition oder mit Abst√ľtzen auf Armlehnen.‚Äú

Die Swiss Life konkretisiert, dass es sich um einen orthop√§dischen Stuhl handeln muss. Der Tarif der Bayerischen spricht von einem ergonomischen Stuhl. Der Tarif der WWK verlangt zus√§tzlich, dass der Versicherte sich aus dem Stuhl erheben kann. Da hier aber zwei weitere Grundf√§higkeiten verloren gegangen sein m√ľssen, um Leistung zu erhalten, ist diese grunds√§tzliche Verbesserung insgesamt nicht √ľber dem Marktstandard einzuordnen.

Der Tarif der Aachen M√ľnchener hat diesen Ausl√∂ser nicht. Die DEVK schon ūüôā

Autofahren

Hier muss die Fahrerlaubnis zum F√ľhren eines PKWs entzogen werden. Das ist vor allem f√ľr Berufskraftfahrer interessant. Allerdings ist davon auszugehen, dass die Lizenz zum F√ľhren eines LKWs oder Busses deutlich fr√ľher entzogen wird als die f√ľr den PKW. Die N√ľrnberger hat ja jetzt diese L√ľcke geschlossen.

Die Aachen M√ľnchener hat diesen Ausl√∂ser nicht.

Ein Entzug wegen Alkohol ist bei allen ausgeschlossen.

Die Definition der Zurich hat gef√ľhlt die Nase vorne, da kein verkehrsmedizinisches Gutachten notwendig ist, um zu belegen, dass der F√ľhrerschein aus gesundheitlichen Gr√ľnden entzogen wurde. Ebenfalls sehr gut ist die Definition der Canada Life:

‚ÄěDie versicherte Person ist aus gesundheitlichen Gr√ľnden nicht geeignet, einen Personenkraftwagen oder ein Kraftrad zu f√ľhren, sodass eine Fahrerlaubnis nach deutschen verwaltungsrechtlichen Vorschriften nicht erteilt werden w√ľrde oder eine bereits bestehende Fahrerlaubnis entzogen wurde. Der Nachweis ist durch verkehrsmedizinische Gutachten oder durch entsprechende Facharztberichte zu erbringen. Fehlende Eignung aufgrund von Alkohol- oder Drogenmissbrauch sowie psychiatrischer Erkrankungen l√∂st keine Leistung aus.‚Äú

Wie ist der Nachweis?

Au√üerdem kann der Nachweis √ľber ein Gutachten oder einen Facharztbericht erfolgen.

Auch bei der Dortmunder reicht der Facharzt aus. Der Ausl√∂ser ist √ľber einen extra Baustein hin zuzubuchen.

Grunds√§tzlich ist dieser Baustein sehr wichtig, da ich in der Regel schon viel fr√ľher den F√ľhrerschein abgeben muss, bevor ich so blind oder taub bin, wie es die Definition bei den Grundf√§higkeitsversicherern verlangt.

Die Bayerische leistet seit Oktober 2019 auch bei der freiwilligen Abgabe des F√ľhrerscheins. Freiwillig bedeutet, dass ich aus gesundheitlichen Gr√ľnden au√üerstande sein muss, einen PKW zu f√ľhren und deswegen freiwillig den F√ľhrerschein abgebe. Damit d√ľrfte die H√ľrde ein St√ľck niedriger als beim Wettbewerb liegen.

Wichtig ist hier auch die Betonung auf den PKW. Bei dem Wettbewerb hei√üt es auch mal “Kraftfahrzeug”, was auch ein Roller sein k√∂nnte. In wie weit das auch tats√§chlich gemeint ist und welche Erkrankung mir das eine noch erm√∂glichen, dass andere aber nicht mehr erm√∂glichen w√ľrde, ist zu diskutieren. Eindeutiger ist die Formulierung der Bayerischen.

Muss ich den F√ľhrerschein verlieren oder au√üerstande sein, ihn zu machen?

Der Versicherte muss den F√ľhrerschein noch nicht besitzen, was besonders bei j√ľngeren Versicherten interessant sein kann. Diese Regelung hat die Allianz, N√ľrnberger, Canada Life, Cardea.life und die Gothaer unbegrenzt, der Volkswohl Bund begrenzt auf die ersten 20 Jahre nach der ersten M√∂glichkeit des Erwerbs und die Bayerische auf die ersten 10 Jahre begrenzt. Mit dem Update im Oktober 2019 begrenzt die Bayerische nur noch auf 20 Jahre.

Diese Erweiterung ist ein deutlicher Vorteil. Vor allem, wenn die Grundf√§higkeitsversicherung schon als Sch√ľler abgeschlossen wurde.

Gibt es eine zeitliche Begrenzung f√ľr den Erwerb?

Im Marktvergleich zur Grundf√§higkeitsversicherung ist die Definition des Volkswohl Bundes und der Bayerischen auffallend. Hier gilt der Verlust nicht als Versicherungsfall, wenn die versicherte Person das gesetzliche Mindestalter zum Erwerb der Fahrerlaubnis um mindestens 20 Jahre beim Volkswohl Bund und nur 10 Jahre bei der Bayerischen √ľberschritten und noch nicht erworben hat. Das klingt einigerma√üen merkw√ľrdig. Ich kann nicht einsch√§tzen, wie oft das greift. Aber es ist mit Sicherheit eine nachtr√§gliche Einschr√§nkung des Versicherungsschutzes f√ľr alle √ľber 37 bzw. 27. Allerdings ist auch verst√§ndlich, dass sich der Versicherer hier vor einer Negativselektion sch√ľtzen will. Denn wenn ich mit 37 noch keinen F√ľhrerschein habe, werde ich ihn vermutlich auch nie machen. Es sei denn, ich wei√ü, dass ich ihn aus gesundheitlichen Gr√ľnden nicht machen darf.

F√ľr mein Verst√§ndnis liegt hier aber ein Missverst√§ndnis vor. Wir versichern hier ja Grundf√§higkeiten und keine Fertigkeiten. Nach meiner Vorstellung sollte der Verlust der Grundf√§higkeiten, die mir einen Erwerb der Fahrerlaubnis erm√∂glichen dauerhaft versichert sein. Im Verst√§ndnis des Volkswohl Bundes ist aber wohl die Fertigkeit versichert. Und wer diese in den ersten 20 Jahren nicht erwerben will, will diese sp√§ter mit h√∂herer Wahrscheinlichkeit erwerben, um vereinfacht den Leistungsfall auszul√∂sen.

Hier darf man selbstverständlich zweierlei Meinung sein. Es wird sich zeigen, wie der Markt reagiert.

Intellekt

Intellektuelle Einschr√§nkungen f√ľhren alleine bei der WWK nicht zur Leistung. Bei allen anderen ist die geistige Leistungsf√§higkeit meist als Ged√§chtnis, Konzentration, Aufmerksamkeit, Auffassung und Handlungsplanung beschrieben.

Ein Verlust ist immer nach verschiedenen Tests zu belegen, wobei meist die Leistungsvoraussetzung ist, zu den schw√§chsten 10% zu geh√∂ren im Vergleich zur Durchschnittsbev√∂lkerung. Zu den d√ľmmsten 10% zu geh√∂ren l√§sst ein kurzer Blick in das nachmitt√§gliche Fernsehprogramm als √§u√üerst schwierig erreichbar erkennen.

Der Tarif der N√ľrnberger ist hier in der Definition wohl am saubersten, da sie einen Nachweis einer mittelgradigen Intelligenzminderung verlangt, wie er im ICD-10-Katalog unter F.71 beschrieben ist. Die Bayerische hat es quasi im Umkehrschluss definiert, indem leichtgradige Intelligenzminderungen nach ICD10: F70 ausgeschlossen sind.

Der Tarif der Aachen M√ľnchener hat diesen Ausl√∂ser nicht. Die DEVK schon.

Eigenverantwortliches Handeln im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Der Tarif der N√ľrnberger definiert den Verlust der F√§higkeit, eigenverantwortlich zu handeln folgenderma√üen:

‚ÄěDie geistige Leistungsf√§higkeit (z.B. Ged√§chtnis, Konzentration, Aufmerksamkeit, Auffassungsgabe) der versicherten Person ist so schwer gest√∂rt, dass aus diesem Grund f√ľr sie von Gerichts wegen ein Betreuer bestellt ist. Vom Versicherungsschutz nicht erfasst ist die Bestellung eines Betreuers aufgrund Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenkonsums.‚Äú

Diese Definition ist in Ordnung, da ein psychiatrisches Gutachten als Nachweis nicht verlangt wird. Allerdings muss ein Betreuer bestellt werden.

Die Aachen M√ľnchener hat diesen Ausl√∂ser nicht. Der Tarif der DEVK schon.

Lass dich kostenfrei vom Experten beraten!

Verk√ľrzter Prognosezeitraum bei der Swiss Life

Der Tarif der Swiss Life verk√ľrzt bei dieser Grundf√§higkeit den Prognosezeitraum auf sechs Monate, was einigerma√üen interessant ist. Entweder geht die Swiss Life davon aus, dass eine Betreuung grunds√§tzlich eher ein dauerhafter Zustand sein muss, weshalb es durch die Verk√ľrzung nicht zu mehr Leistungsf√§llen kommt. Oder der Versicherer denkt kundenorientiert und glaubt, dass eine Betreuung eher etwas vor√ľbergehendes ist, weshalb viele Leistungsf√§lle zwischen sechs und 12 Monaten liegen.

Die Canada Life konkretisiert, dass ein deutsches Gericht einen Betreuer bestellen muss. Das ist keine schwerwiegende Verschlechterung, aber interessant, weil man dann ja davon ausgehen muss, dass bei den anderen Versicherern jedes Gericht der Welt die Betreuung verf√ľgen kann. Denn man darf mit einigem Recht vermuten, dass die Bedingungen der Canada Life, die ja ein Vorreiter in Sachen Grundf√§higkeits-Versicherung ist, den neueren Anbietern bekannt sind.

Zurich, Allianz und WWK f√ľhren diesen Leistungsausl√∂ser nicht in den Bedingungen.

Schizophrenie und schwere Depression im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Diesen Punkt hat die Grundfähigkeitsversicherung der Swiss Life in den Bedingungen stehen:

‚ÄěEin Verlust einer Grundf√§higkeit liegt ebenfalls vor, solange die Versicherte (sic!) Person w√§hrend der Versicherungsdauer an einer Schizophrenie oder einer schweren Depression (auch als Folgeerkrankung eines Burn Out) leidet.

Voraussetzung f√ľr die Leistung ist, dass die Erkrankung fr√ľhestens nach Ablauf von 3 Jahren nach Versicherungsbeginn eingetreten ist und dass alle Kriterien entsprechend¬† medizinischen Standards f√ľr die jeweilige Erkrankung erf√ľllt sind und die Erkrankung eine station√§re Behandlung in einer psychiatrischen oder psychosomatischen Fachklinik von ununterbrochen mindestens 6 Wochen erforderlich gemacht hat.

Die Diagnose ist durch einen Facharzt f√ľr Psychiatrie auf Basis einer ausf√ľhrlichen Befunderhebung zu stellen.

Ausdr√ľcklich vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind alle F√§lle, in denen die Erkrankung in Kombination mit Alkohol-, Drogen-, Bet√§ubungsmittelkonsums oder Medikamentenmissbrauchs entstanden ist.‚Äú

F√ľr diesen Leistungsausl√∂ser gibt es also eine Wartezeit von drei Jahren.

Die Definition der Stuttgarter

Die Stuttgarter definiert folgendermaßen:

“Eine schwere Depression liegt vor, wenn alle Kriterien entsprechend der medizinischen Standards f√ľr diese Erkrankung erf√ľllt sind und eine der folgenden Voraussetzungen vorliegt:
– Die versicherte Person leidet unter einer schweren depressiven Episode, die bereits 12 Monate andauert.
– Bei der versicherten Person sind mehrere schwere depressive Episoden mit einer Gesamtdauer von mindestens 12 Monaten aufgetreten, wobei zwischen zwei schweren depressiven Episoden ein Zeitraum von
höchstens 6 Monaten liegen darf.

Eine Schizophrenie liegt vor, wenn sie bereits 12 Monate ununterbrochen andauert. Zudem muss in diesem Zeitraum bereits ein station√§rer Aufenthalt in einer psychiatrischen oder psychosomatischen Klinik stattgefunden haben.”

Es m√ľssen also 12 Monate erf√ľllt sein, obwohl der Tarif an sich nach 6 Monaten leisten w√ľrde.

Lass dich kostenfrei vom Experten beraten!

Die Dortmunder auch mit optionalem Baustein

Auch die Grundf√§higkeitsversicherung der Dortmunder und der Bayerischen hat einen Baustein “Psyche”. Bei der Dortmunder liest er sich so. Und bei der Bayerischen ganz √§hnlich:

“Eine schwere Depression liegt vor, wenn eine der folgenden Voraussetzungen erf√ľllt
ist:
‚Äď Die versicherte Person leidet unter einer schweren depressiven Episode, die bereits 12 Monate andauert.
‚Äď Bei der versicherten Person sind mehrere schwere depressive Episoden mit einer Gesamtdauer von mindestens 12 Monaten aufgetreten, wobei zwischen zwei schweren depressiven Episoden ein Zeitraum von h√∂chstens 6 Monaten lag.
Der Beginn der schweren Depression muss in der Laufzeit von Plan D liegen.
Eine schwere Depression muss ein Facharzt f√ľr Psychiatrie mit den nach aktuellem medizinischem Wissensstand √ľblichen Befunderhebungen feststellen.
Wir leisten, solange eine schwere Depression wie oben beschrieben vorliegt. Insbesondere bedeutet dies, dass wir r√ľckwirkend ab Beginn der schweren Depression leisten und die Leistungen erst einstellen, wenn √ľber einen Zeitraum von 6 Monaten keine schwere depressive Episode mehr vorlag.
Ausdr√ľcklich vom Schutz ausgeschlossen sind alle F√§lle, in denen die Erkrankung ganz oder teilweise aufgrund von Alkohol-, Drogen-, Bet√§ubungsmittelkonsum oder Medikamentenmissbrauch entstanden ist.”

Eine ununterbrochene schwere depressive Episode von 12 Monaten ist recht heftig, aber der Baustein ist auch optional.

Die Gothaer und psychische Erkrankungen

Die Definition der Gothaer ist zu lang und ausf√ľhrlich, um sie hier komplett zu zitieren. Mir gef√§llt das gut, weil ich mir dann auch besser vorstellen kann, was der Versicherer meint. Unterm Strich leistet die Gothaer aber bei Schizophrenie und schwerer Depression. So l√§sst sich diese Grundf√§higkeit gut mit den Definitionen der Swiss Life und der Dortmunder vergleichen.

Dennoch ist es durchaus nachahmenswert, die psychische Leistungsf√§higkeit wenigstens rudiment√§r in die Grundf√§higkeitsversicherung aufzunehmen. Denn so ist diese Absicherung, die sonst nur √ľber BUV oder EUV m√∂glich ist, auch den risikoreicheren Berufsgruppen zug√§nglich.

Erwerbsgemindert wegen einer psychischen Erkrankung

Die N√ľrnberger hat 2018 endlich eine Klausel f√ľr psychische Erkrankungen herausgebracht, die fast auf dem Niveau einer BU-Absicherung ist. Zumindest, was die psychischen Erkrankungen anbelangt.

Diese Definition lautet:
“Versicherungsfall ist die vollst√§ndige Erwerbsminderung infolge psychischer Erkrankung. Das bedeutet, dass die versicherte Person aufgrund einer St√∂rung im Sinne des Kapitels V (‚ÄěPsychische und Verhaltensst√∂rungen‚Äú) der von der Weltgesundheitsorganisation herausgegebenen internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10-GM-2018; Stand 01.01.2018), die fach√§rztlich nachzuweisen ist,
‚óŹ voraussichtlich mindestens 12 Monate ununterbrochen nicht mehr in der Lage ist oder
‚óŹ bereits f√ľr mindestens 12 Monate ununterbrochen nicht mehr in der Lage gewesen ist,
3 Stunden t√§glich eine Erwerbst√§tigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt auszu√ľben (H√∂he der Eink√ľnfte sind nicht ma√ügeblich). Die Verh√§ltnisse am Arbeitsmarkt, insbesondere die Verf√ľgbarkeit von Arbeitspl√§tzen, sowie der bisher ausge√ľbte Beruf der versicherten Person werden bei der Feststellung der Erwerbsunf√§higkeit nicht ber√ľcksichtigt. In beiden F√§llen leisten wir gegebenenfalls bereits r√ľckwirkend ab Beginn des Prognosezeitraums. Der Bescheid eines Sozialversicherungstr√§gers ist f√ľr uns nicht bindend.”

Um die Grundf√§higkeitsversicherung mit dieser Klausel nicht preislich √ľber die BUV zu heben, gilt hier der Prognosezeitraum von 12 Monaten.

Sich orientieren im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Dieser Leistungspunkt wird von der Prisma Life, der Canada Life und der WWK extra aufgef√ľhrt. Die Grundf√§higkeitsversicherung der Canada Life hat die pr√§ziseste Definition:

‚ÄěDie geistige Leistungsf√§higkeit in Bezug auf die Orientierungsf√§higkeit (zeitliche und r√§umliche Orientierung, Orientierung zur eigenen Person) ist so schwer gest√∂rt (z.B. durch eine Demenz, Schizophrenie, Psychose), dass die versicherte Person nicht mehr in der Lage ist, alltagsrelevante T√§tigkeiten auszuf√ľhren.

Eine Erkrankung/Verletzung des zentralen Nervensystems ist durch einen Neurologen, Psychiater oder Nervenarzt festzustellen. Zudem m√ľssen die Ergebnisse eines Tests, der die Orientierungsf√§higkeit pr√ľft (z.B. DemTect, MMSE, MMST o.√Ą.) zu den schlechtesten 10% der Durchschnittsbev√∂lkerung geh√∂ren.‚Äú

Interessant ist, dass hier die Psyche explizit nicht ausgeschlossen ist. Zwar sind Psychosen und Schizophrenie nicht mitversichert. Aber wenn diese zu einer entsprechenden Orientierungslosigkeit f√ľhren, l√∂sen sie eine Leistung aus.

Der Tarif der Aachen M√ľnchener hat diesen Ausl√∂ser nicht.

Herzfunktion

Nur die Grundf√§higkeitsversicherung der Dortmunder versichert zus√§tzlich die Herz- und Lungenfunktion. Somit ist ein Marktvergleich zur Grundf√§higkeitsversicherung √ľberfl√ľssig. Ich beschreibe es aber trotzdem kurz ūüôā In beiden F√§llen muss das Organ ziemlich hin√ľber sein. Aber immerhin…:
“Die Pumpleistung des Herzens der versicherten Person ist durch eine Verletzung oder eine Erkrankung wie zum Beispiel Herzinfarkt, Herzklappenerkrankungen oder Entz√ľndungen des Herzmuskels erheblich gemindert. Eine erhebliche Minderung der Pumpleistung liegt vor, wenn
‚Äď die Ejektionsfraktion kleiner gleich 30 % oder
‚Äď das Fractional Shortening kleiner gleich 15 % ist.
Ejektionsfraktion und Fractional Shortening sind Messgr√∂√üen f√ľr die Pumpleistung des Herzens. Die Normalwerte sind ungef√§hr doppelt so hoch wie die vorgenannten Werte.
Eine Pumpleistung des Herzens muss irreversibel gemindert und auch durch Medikamente nicht dauerhaft √ľber das oben beschriebene Ma√ü verbesserbar sein.
Wir zahlen die Rente auch weiter, wenn sich die Funktionswerte durch eine Transplantation verbessern.”

Lungenfunktion

Bei Lunge entsprechend:

“Eine Leistungsf√§higkeit der Lunge der versicherten Person ist durch eine Verletzung oder Erkrankung wie zum Beispiel schweres Asthma, Emphyseme oder chronische Entz√ľndungen dauerhaft und unumkehrbar erheblich eingeschr√§nkt. Das hei√üt,
‚Äď die versicherte Person hat eine Sauerstoff-Langzeit-Therapie mit einem Umfang von mindestens 8 Stunden pro Tag begonnen und diese Therapie dauert noch an und
‚Äď die verordnete Sauerstoff-Langzeit-Therapie erfolgt nach den g√ľltigen medizinischen Leitlinien.
Wir zahlen die Rente auch weiter, wenn sich die Lungenfunktion durch eine Transplantation von Lungengewebe verbessert.”

Wie gesagt, das muss erstmal passieren. Aber Haben ist besser als Brauchen! Das gilt auch im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung.

Infektionsklausel

Eine Infektionsklausel in der BUV ist ja nicht unbedingt wichtig, weil der Krankheitsbegriff der BU an sich schon Infektionen umfasst. In der Grundf√§higkeitsversicherung ist es f√ľr medizinisches Personal und das Gastro-Gewerbe schon ein Vorteil. Die Klausel gibt es bei der N√ľrnberger, dem Volkswohl Bund und der Bayerischen:

“Versicherungsfall ist das durch Vorlage des Originals oder einer beglaubigten Kopie der beh√∂rdlichen Anordnung nachgewiesene vollst√§ndige T√§tigkeits- oder Besch√§ftigungsverbot nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG). Das bedeutet, dass eine auf dem IfSG beruhende beh√∂rdliche Anordnung wegen einer bei der versicherten Person diagnostizierten Infektion (Infektion, Krankheit, Ausscheidung) bzw. eines entsprechenden Verdachts bzw. einer von ihr ausgehender Infektionsgefahr es ihr voraussichtlich mindestens f√ľr die Dauer des vereinbarten Prognosezeitraums verbietet oder bereits mindestens f√ľr die Dauer des vereinbarten Prognosezeitraums verboten hat,¬†ihre berufliche T√§tigkeit auszu√ľben (vollst√§ndiges T√§tigkeits-/Besch√§ftigungsverbot). Der Prognosezeitraum beginnt mit dem ersten Tag der beh√∂rdlichen Anordnung des Verbots.”

Das wird Nachahmer finden, weil es vertrieblich einfach ist und auch echt sinnvoll sein kann.

Lass dich kostenfrei vom Experten beraten!

Fahrlizenzverlust f√ľr Berufskraftfahrer Marktvergleich zur Grundf√§higkeitsversicherung

Die Grundf√§higkeitsversicherung der N√ľrnberger ist derzeit an der Spitze im Markt anzusiedeln, was nicht zuletzt an dieser Klausel liegt, die den Verlust der Fahrlizenz der Klasse C und D versichert:

“Versicherungsfall ist der Fahrlizenzverlust Klasse C oder D infolge gesundheitlicher Fahruntauglichkeit der versicherten Person, welche diese Lizenz f√ľr die Aus√ľbung Ihrer beruflichen T√§tigkeit zeitlich √ľberwiegend ben√∂tigt.
(a) Das bedeutet, dass die versicherte Person infolge Krankheit, Verletzung des K√∂rpers oder Kr√§fteverfalls gesundheitlich beeintr√§chtigt und ausschlie√ülich deswegen nicht mehr in der Lage ist, einen Lastkraftwagen (LKW) der Klasse C oder Bus der Klasse D zu f√ľhren, weswegen ein Gutachten entsprechend ¬ß 11 F√ľhrerscheinverordnung (FeV) vom 13. Dezember 2010 die fehlende Fahrtauglichkeit
‚óŹ voraussichtlich mindestens f√ľr die Dauer von 6 Monaten feststellt oder
‚óŹ bereits mindestens f√ľr die Dauer von 6 Monaten festgestellt hat
und der versicherten Person infolge dessen die Fahrerlaubnis der Klasse C oder D nachweislich entzogen wird.

Prognosezeitraum und Fahrlizenz-Klassen

Der Beginn des Prognosezeitraums muss innerhalb der Versicherungsdauer liegen und wir leisten gegebenenfalls r√ľckwirkend ab Beginn des Prognosezeitraums. Dieser beginnt mit dem Tag, f√ľr den das Gutachten erstmals die fehlende Fahrtauglichkeit aufgrund der gesundheitlichen Beeintr√§chtigung feststellt.
Unter der Klasse C verstehen wir alle Unterklassen, nämlich die Klassen C1, C1E, C und CE. Unter der Klasse D verstehen wir alle Unterklassen, nämlich die Klassen D1, D1E, D und DE.
Ihr Versicherungsschutz ist in diesem Zusatzbaustein von vornherein begrenzt auf k√∂rperlich bedingte Versicherungsf√§lle (siehe ¬ß 1 Absatz 16). Ausgeschlossen sind au√üerdem alle F√§lle, die unmittelbar oder mittelbar durch Alkoholkonsum oder Drogenkonsum verursacht wurden (“Drogenkonsum” meint Konsum von Rauschdrogen sowie den sch√§dlichen Arzneidrogenmissbrauch ohne Indikation (sog. Medikamentenmissbrauch); nicht gemeint ist die medizinisch indizierte Einnahme von Arzneidrogen (Medikamenten)).

Weitere Voraussetzungen

Eine weitere Voraussetzung ist, dass die versicherte Person die Fahrerlaubnis der Klasse C oder D f√ľr die Aus√ľbung ihrer vor Eintritt des Versicherungsfalls zuletzt ausge√ľbten beruflichen T√§tigkeit zeitlich √ľberwiegend ben√∂tigt.
(b) Vertragsanpassung bei Entwicklungssprung mit Ver√§nderung der F√ľhrerscheinklassen f√ľr Lastkraftwagen (LKW)/ Bus:
Sollten sich aufgrund eines technischen bzw. technologischen Entwicklungssprunges (z. B. autonomes Fahren) die F√ľhrerscheinklassen √§ndern und die bisher typischerweise √ľber die Fahrlizenzen Klasse C oder D verf√ľgenden Berufsgruppen deswegen √ľber eine Fahrlizenz einer neuartigen Klasse verf√ľgen, werden wir nach den dann g√ľltigen Rechnungsgrundlagen (Zins, Kosten, Tafel) einen entsprechend ver√§nderten Zusatzbaustein f√ľr LKW-/Busfahren f√ľr die neuartige Klasse entwickeln. Nach einer f√ľr die Neuentwicklung erforderlichen und angemessenen √úbergangsfrist k√∂nnen Sie dann gegebenenfalls beantragen, dass Ihr Zusatzbaustein ohne erneute Gesundheitspr√ľfung entsprechend umgestellt wird.

Bei der Neuentwicklung werden wir den Zusatzbaustein so formulieren, dass der Beitrag m√∂glichst identisch bleibt. Dies kann z.B. zur Folge haben, dass sich die Dauer der Prognosezeitr√§ume √§ndert oder der Grad der beruflichen Erforderlichkeit von 50% nach oben oder unten angepasst werden muss.”

Ganz grunds√§tzlich sollte es viel mehr solcher berufsbezogenen Klauseln geben, um den Markt besser abzusichern. Gut ist, dass die N√ľrnberger bei der gr√∂√üten Berufsgruppe in Deutschland beginnt. Dazu erweitere ich dann auch gern den Marktvergleich zur Grundf√§higkeitsversicherung.

Lass dich kostenfrei vom Experten beraten!

Tippen und Bildschirmtätigkeiten im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Die Gothaer f√ľhrt zwei neue Ausl√∂ser ein. Das Tippen haben andere schon im Ausl√∂ser “Schreiben” integriert. Das l√§sst sich also durchaus mit den anderen Grundf√§higkeitsversicherungen vergleichen. Hier ist hervorzuheben, dass die Gothaer verlangt, dass innerhalb einer Minute eine vorgegebene Buchstabenfolge getippt werden muss. Damit ist auszuschlie√üen, dass der Schlaganfall-Patient mit dem Ein-Finger-System in einer halben Stunde die Tastatur bearbeitet und das als Tippen gewertet wird.

Bildschirmt√§tigkeit bedeutet, dass die versicherte Person nicht mehr in der Lage ist, 2 Stunden W√∂rter und Symbole an einem Bildschirm zu erkennen. Das f√ľhrt m√∂glicherweise schon bei leichterer Einschr√§nkung des Sehfeldes zur Leistung. Aber vielleicht auch bei Migr√§ne oder Epilepsie.

Mobilität im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Der Tarif der Bayerischen leistet in ihrer Grundf√§higkeitsversicherung, wenn ich nicht mehr Fahrradfahren oder ein √∂ffentliches Verkehrsmittel nutzen kann. Der Baustein kann unter Umst√§nden fr√ľher leisten als die anderen Ausl√∂ser. Vor allem Fahrradfahren ist sowohl f√ľrs Gleichgewicht anspruchsvoll wie auch f√ľr die Knie. In erster Linie ist er aber schlicht und einfach zielgruppenorientiert. Pendler oder Studenten k√∂nnen mit diesem Ausl√∂ser mehr anfangen, als mit dem Baustein Knien und B√ľcken. Die Stuttgarter leistet, wenn ich den √ĖPNV nicht mehr nutzen kann, aber nicht beim Fahrradfahren.

Smartphone nutzen im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Das ist neu und von der Stuttgarter: “Ein Verlust der Grundf√§higkeit “Benutzung eines Smartphones” liegt vor, wenn die versicherte Person motorisch nicht mehr in der Lage ist ein Smartphone zu halten und eine Nachricht von mindestens 50 Zeichen zu schreiben.” Da tut sich die Stuttgarter v√∂llig ohne Not die unabsehbare Smartphone-Entwicklung der n√§chsten 40 Jahre an… Stand jetzt ist es unter Umst√§nden eine Erweiterung der Feinmotorik. Ich denke aber eher, dass es nur vertrieblich und zielgruppenorientiert interessant ist.

BU-Option im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Diesen vertrieblichen Knaller hatten derzeit nur die Zurich und die Canada Life in der Grundf√§higkeitsversicherung. Da sollten die anderen nachziehen. Und wisst ihr was? Die DEVK hat das mit ihrer neuen Grundf√§higkeitsversicherung gemacht! Und wie ich eben erfahren durfte, hat das die Aachen M√ľnchener auch. Und zwar zum 5. Versicherungsjahr oder eben bei Eintritt ins Berufsleben. Ganz neu ist diese Option auch bei der Bayerischen. Gef√§llt mir au√üerordentlich gut, diese Entwicklung. Bei der Bayerischen ist die Option besonders wertvoll, da ich den Tarif ja schon ab 3 Jahren abschlie√üen kann.

Der Volkswohl Bund zieht nach!  Mit der Bayerischen, der DEVK, der Zurich und der Canada Life ist er jetzt der 5. Versicherer am Markt mit BU-Option!

Fazit im Marktvergleich zur Grundfähigkeitsversicherung

Zusammengefasst l√§sst sich im Marktvergleich zur Grundf√§higkeitsversicherung gut ablesen, dass sich die Grundf√§higkeitsversicherung kaum vergleichen l√§sst. Nur wenn der Kunde angibt, welche Grundf√§higkeiten er f√ľr die Erzielung seines Einkommens f√ľr am wichtigsten h√§lt, kann es klappen. Dann lassen sich diese untereinander vergleichen und werten. Ohne diese Angabe sind die Grundf√§higkeitsversicherungen nicht sinnvoll miteinander vergleichbar. Denn der Vermittler kann nicht festlegen, welche Grundf√§higkeit zuerst verloren geht. Wichtig ist, dass der Kunde versteht, dass die Grundf√§higkeitsversicherung nur zuf√§llig und in Ausschnitten das Einkommen absichern kann. Deswegen ist es auch nur in Ausnahmef√§llen eine Alternative zur Berufsunf√§higkeitsversicherung. Meistens ist es aber ein Ausweichprodukt bzw. eine Ausschnittsdeckung. Durch eine gute Beratung l√§sst sich f√ľr den Vermittler die Haftung und den Kunden eine √úberraschung vermeiden. Und mit sehr guter Beratung l√§sst sich f√ľr den Kunden die passende L√∂sung finden!

Lass dich kostenfrei vom Experten beraten!

Erstinformationen abrufen

BSC GmbH Logo

You have Successfully Subscribed!