Die Grundfähigkeitsversicherung wird immer beliebter bei den Versicherern (Hier geht es zum Marktvergleich), weshalb es nicht verwundert, dass jetzt mit der Gothaer ein neuer Tarif am Markt platziert wird. Dabei ist das Marketing selbstverständlich wichtig und im Falle der Grundfähigkeitsversicherung der Gothaer auch interessant. Die Grundfähigkeitsversicherung der Gothaer wird nämlich nicht als einzelne Absicherung empfohlen, sondern als Ergänzung zu einem Krankentagegeld. So soll die Lücke eines kurzfristigen Ausfalls über das KTG und die langfristigen Ausfälle über die GFV abgedeckt werden.

Das ist zum Einen im Kundensinne ein guter Gedanke, aber selbstverständlich auch ein guter Cross-Selling-Ansatz. In der Beratung muss ich aber deutlich darauf hinweisen, dass es sich bei KTG und GFV um zwei grundsätzlich unterschiedliche Auslöser handelt, die mehr als nur der Prognosezeitraum trennt.

Wer die Idee nicht gut findet, darf das Produkt aber auch alleine verkaufen.

Die Grundfähigkeitsversicherung der Gothaer in drei Paketen

Die Bedingungen der Grundfähigkeitsversicherung der Gothaer sind in einer Zeile verfasst, was sich am PC in PDF-Form deutlich einfacher lesen lässt. In Zeiten der Digitalisierung sollten am Besten alle AVB nur noch einzeilig veröffentlicht werden. Sprachlich sind die AVB der Gothaer gut lesbar. Durch den ausführlichen ersten Paragrafen (Was ist versichert?), kommt es anfangs zu einigen Wiederholungen, z.B. wenn es um den Prognosezeitraum und den fingierten Prognosezeitraum, die sogenannte Fiktion, geht, was den Leser auch mal unaufmerksam machen kann.

Der Tarif ist in drei Paketen zu kaufen: Basis, Plus und Premium. Basis versichert die Sinne Sehen, Hören, Sprechen und die Fähigkeiten Gehen, Treppen steigen, Stehen, Knien/Bücken, Heben/Tragen, Intellekt und Eigenverantwortliches Handeln. Durch die letzten beiden Fähigkeiten, sind psychische Erkrankungen mitversichert, sofern sie zu Einschränkungen bei Intellekt oder dem eigenverantwortlichem Handeln führen.

Das Plus-Paket leistet auch beim Verlust der Fähigkeiten Armgebrauch, Händegebrauch, Sitzen und Gleichgewichtssinn. Premium leistet zusätzlich beim Verlust der Fähigkeiten Schreiben, Tippen, Bildschirmtätigkeit und Autofahren.

Beitragsstundung möglich

Die Gothaer stundet die Beiträge im Leistungsfall automatisch und bietet eine Rückzahlung über 24 Monatsraten an. In den Bedingungen steht ausdrücklich, dass der Versicherer auch verhandlungsbereit ist, wenn auch das schwierig wäre. Das ist zwar kein fester Anspruch, aber irgendwie halt auch sehr nett von der Gothaer.

Der Verlust muss länger als 12 Monate bestehen, um die Leistung auszulösen.

Positiv fällt auf, dass beim Sprachverlust ein unbeteiligter Dritter den Versicherten verstehen muss.

Sehr schön ist auch, dass der Versicherer Beispiele für Hilfsmittel nennt und auch definiert, was nicht zumutbar wäre. Beim Gehen wäre ein Hilfsmittel z.B. ein Gehstock oder eine Prothese, aber kein Rollator oder eine Unterarmstütze.

Viele Definitionen über Marktstandard

Auch sind einige Fähigkeiten über dem Marktstandard in der Objektivität der Definition. Die Treppenstufe beim Treppensteigen muss z.B. baurechtlich nach DIN 18065 zugelassen sein. Auch die Definition der Fähigkeit Tippen gefällt, weil hier auch ein zeitlicher Faktor eingebaut ist. Ich muss eine Minute ohne Pause eine vorgegebene Reihe von Buchstaben tippen können.

Im Umfang entsprechen die Auslöser aber durchgehend dem gehobenen Marktstandard.

Bildschirmtätigkeit als neue Fähigkeit

Die Bildschirmtätigkeit findet sich so noch nicht am Markt und eine Einordnung ist nicht so einfach. Der Verlust liegt vor, wenn die versicherte Person nicht mehr in der Lage ist, für einen Zeitraum von mehr als 2 Stunden Wörter und Symbole an einem Bildschirm zu erkennen. Gefühlt ist das eine Verbesserung gegenüber der Definition des Sinnes Sehen, der eine Restsehschärfe von höchstens 0,05 verlangt. Der 2-Stunden-Zeitraum suggeriert, dass da aber auch andere Krankheiten abgedeckt sein könnten, wie vielleicht schwere Migräne. Aber die kommt ja auch eher Schubweise. Allerdings schadet es sicher nicht, einen zusätzlichen Auslöser zu haben, den es so am Markt nicht gibt.

Der Auslöser Psychische Erkrankungen leistet bei schweren Depressionen und Schizophrenie, der Auslöser Schwere Krankheiten bei Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall und Multipler Sklerose.

GoVital ist eine gute Idee

Gut finde ich die Idee von GoVital. Wer einen Fitness-Tracker benutzt, an einem Kurs teilnimmt, Blut spendet, ein Fahrsicherheitstraining macht oder andere Aktivitäten, die vorgegeben sind, kann sich Beiträge sparen. Anders als bei Wettbewerbern mit ähnlichen Modellen, kann es keine negativen Konsequenzen für den Kunden haben. Logisch ist, dass die Gothaer hier auch Daten sammeln will. Aber es ist ja auch im Kundensinn, dass er sich bewegt und versucht, fit und gesund zu bleiben.

Unterm Strich ist die neue Grundfähigkeitsversicherung der Gothaer durchaus eine Alternative und den Cross-Selling-Ansatz zum KTG sollte jeder Vermittler dankbar aufnehmen.

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