Ich werde oft gefragt, was von der BU-Rente übrig bleibt. Denn ich muss doch sicher Steuern zahlen. Die Frage gefällt mir so gut, weshalb ich sie auch ausführlich in meinem Buch, das 2015 erschienen ist, beschrieben hab. Sogar noch bevor ich die Frage das erste Mal gehört habe. Ich hab mich nämlich selbst gefragt, was von der BU-Rente übrig bleibt.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung dient grundsätzlich der Deckung meiner Ausgaben. Ich darf nicht versichern, was ich einnehme, sondern was ich ausgebe. Und da gehören Steuern und Sozialabgaben dazu. Aber die sind nicht immer gleich… Es kommt eben drauf an 😉

Was von der BU-Rente übrig bleibt. Nach Steuern…

Die BU-Rente wird grundsätzlich nach §55 der Einkommenssteuerdurchführungsverordung versteuert. Da gibt es ne Tabelle. Grob kann ich mir das aber so merken. Ich muss immer so viel Prozent versteuern, wie der BU-Vertrag noch in Jahren läuft. Bis zu 30 Jahren Restlaufzeit kann ich immer 1% dazuzählen. Bei längeren Laufzeiten kann ich eins abziehen.  Wenn ich also berufsunfähig bin und der Vertrag noch 12 Jahre läuft, dann muss ich 13% meiner Rente versteuern. Und das mit meinem persönlichen Steuersatz. Den kenn ich nicht. Den müsst ihr selber kennen 🙂

Angenommen, ich hab 3.000 Euro BU-Rente versichert und ich werde mit 30 BU. Dann werden von den 3.000 Euro 30% versteuert. Das sind 900 Euro. Angenommen, ich zahle 40% Steuern, wären das 360 Euro. Der Freibetrag liegt bei über 9.000 Euro im Jahr. Ich zahle also überhaupt keine Steuern. Ich darf alles behalten? Wohl eher nicht…

Was von der BU-Rente übrig bleibt. Nach Sozialabgaben.

Was von der BU-Rente übrig bleibt hängt auch davon ab, wie ich versichert bin. Angenommen, ich habe keine Einnahmen außer meiner BU-Rente, hab ich ein Problem. Ich bin nicht mehr gesetzlich versichert. Ich muss mich freiwillig gesetzlich versichern. Und das Blöde an der freiwilligen gesetzlichen Versicherung ist, dass ich für alle Einnahmen Beitrag zahlen muss. Und um Nachfragen vorzubeugen: Alle bedeutet alle! Mieteinnahmen, Unterhaltszahlungen, Versicherungsleistungen… Alle eben.

Der Mindestbeitrag bemisst sich aus einem Drittel der Bezugsgröße nach §18 SGB IV. Das sind derzeit 1.038 Euro. Wenn ich also eine geringere Rente versichert habe, muss ich trotzdem bezahlen, als wäre die Rente bei 1.038 Euro.

Die Krankenkasse verlangt mal mehr mal weniger. Aber ich muss selbstverständlich den vollen Beitrag zahlen. Ich hab ja keinen Arbeitgeber, der die andere Hälfte zahlen würde. Ich habe dann grob 18% an Sozialabgaben. Von 1.000 Euro BU-Rente gehen also 180 Euro weg und mir bleiben 820 Euro. Das Bild ändert sich übrigens nicht, wenn die Berufsgenossenschaft was zahlt.

Muss ich immer alles selbst zahlen?

Ich muss selbstverständlich nicht immer alles selbst zahlen. Wenn ich mich arbeitssuchend melde und eine Rente vom Amt beziehe, zahlt das Amt auch die Beiträge zur Krankenkasse. Und wenn ich eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente, ist in der Regel auch alles gut. Die hat nebenbei nix mit der privaten Erwerbsunfähigkeits-Versicherung zu tun. Ich muss lediglich in der zweiten Hälfte meines Arbeitslebens zu mindestens 90% gesetzlich krankenversichert gewesen sein. Dann bin ich als Rentner pflichtversichert und die Beiträge werden nur auf die EMI erhoben. Und davon nur die Hälfte. Die andere zahlt der Staat. Meine BU-Rente bleibt verschont 🙂

Auch gut ist, wenn ich verheiratet bin und mein Ehepartner arbeitet. Dann bin ich familienversichert. Aber nur für den unwahrscheinlichen Fall, dass meine BU-Rente unter einem Siebtel der Bezugsgröße nach §18 SGB IV liegt. Das steht so im §10 SGB V. Familienversicherung geht also nur bei Beitragsbefreiungen und Renten, die grob gesprochen unter 450 Euro liegen.

Unterm Strich

Was von der BU-Rente übrig bleibt, hängt davon ab, ob ich nur berufsunfähig bin oder vielleicht noch andere Einnahmen habe. Steuern sind nur in den seltensten Fällen das Problem, aber mit Sozialabgaben muss ich rechnen. Deshalb sollten grob 20% über dem heutigen Bedarf abgesichert werden, damit ich meine Ausgaben auch tatsächlich begleichen kann. Auf Punkt und Komma kann ich das hier berechnen. Herzlichen Dank für den Hinweis!

Wer noch mehr wissen will, findet hier noch mehr zur Berufsunfähigkeitsversicherung 🙂

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