Wenn ich mit Geld mehr Geld erwirtschaften möchte, dann muss ich entweder ein sehr hohes Risiko eingehen oder über viel Kapital oder sehr viel Zeit verfügen. Sonst lohnt es sich nicht. Die meisten Menschen scheuen ein zu hohes Risiko und verfügen auch nicht über zu viel Kapital. Also bleibt der Faktor Zeit. Der Zinseszins-Effekt kann Beeindruckendes leisten. Vielleicht ist das der Grund, warum immer mehr Anbieter am Markt eine Rentenversicherung für Kinder auflegen.

Allerdings gilt es einiges zu beachten. Nicht alle Anbieter einer Rentenversicherung für Kinder am Markt sind tatsächlich zum Aufbau einer Altersversorgung geeignet.

Die Rentenversicherung für Kinder ist eine Altersversorgung

Dabei stellt sich eigentlich schon die Frage, ob das Neugeborene, dass von Eltern, Großeltern oder Paten mit einer Rentenversicherung bedacht wurde, diese Rentenversicherung für Kinder auch tatsächlich als Altersversorgung nutzen möchte oder ob es nicht viel lieber das Geld mit Erreichen der Volljährigkeit in ein Auto (oder interplanetaren Raumgleiter, was immer da kommt) investiert.

Ist das der Fall, dann wären die Kosten für den Vertrag unverhältnismäßig hoch. Vor allem, wenn er bis Endalter 67 abgeschlossen wurde. Selbst bei einer Deckelung auf 30, 35 oder 40 Jahre, wäre die Abschlusscourtage wahrscheinlich zu hoch, um innerhalb der 18 Jahre Laufzeit, bis der Vertrag für das Auto gekündigt wird, nennenswert ins Plus zu laufen.

Kosten beachten

Allerdings hätte das Kind tatsächlich die Möglichkeit mit einem geringen laufenden Beitrag sehr effizient fürs Alter vorzusorgen. Dafür ist das Produkt ja gedacht. Und ich kann als Vermittler ja auch nicht aus Kostengründen einen Fondssparplan verkaufen, wenn ich das Kapital später mal verrenten will.

Da ich nicht in die Zukunft sehen kann, muss ich für beide Eventualitäten gewappnet sein.

Am elegantesten wäre wohl die Lösung über eine Netto-Police. Ich lasse mir die Beratung bezahlen und belaste somit den Vertrag unabhängig von der Laufzeit nicht über Gebühr.

Beitragszahldauer bestimmt die Kosten

Wer das nicht kann, darf oder will, der könnte darüber nachdenken, die Beitragszahldauer von Beginn an auf 18 zu begrenzen und die Vertragslaufzeit bis 67 zu wählen. Dann hätte das Kind immer noch die Möglichkeit, das Vermögen stehen zu lassen und mit 67 zu verrenten.

Leider hat diese Variante nicht bei jedem Anbieter den gewünschten Effekt auf die Höhe der Abschluss-Courtage. Und außerdem kann ich nur bei den wenigsten Gesellschaften den Vertrag nach Ende der Beitragszahldauer mit Einmalzahlungen weiterbesparen.

Das wäre nämlich eine sehr charmante Lösung, falls dann mit 30 die Einsicht wächst, dass eine Altersversorgung etwas Wichtiges sei.

Garantierter Rentenfaktor sehr wichtig

Im Übrigen ist für diese Verträge ein garantierter Rentenfaktor extrem wichtig. Man mag darüber diskutieren, ob es Sinn ergibt, in der anhaltenden Niedrigzins-Phase auf einen harten Rentenfaktor zu setzen. Eine „Phase“ vergeht ja naturgemäß wieder. Und man kann auch bald wieder mit steigenden Zinsen rechnen. Hoffentlich.

Bei Verträgen, die 67 Jahre oder länger laufen, kann man nicht im Ansatz darüber spekulieren, wie sich die Lebenserwartung oder die Zinslandschaft entwickeln wird. Da die Verrentungskonditionen sich über diese lange Zeit extrem verschlechtern könnten, ist der zu Vertragsbeginn garantierte Rentenfaktor für eine sinnvolle Altersversorgung unabdingbar.

Wichtig wäre auch, dass sich die Berechnungsgrundlage bei einer Verlegung des Rentenbeginns nicht verändern lässt. Es ist nämlich nicht unwahrscheinlich, dass sich das Renteneintrittsalter in den kommenden 67 Jahren verändern wird. Daher ist auch zu beachten, wie weit sich der Rentenbeginn nach hinten schieben ließe.

BU-Option sinnvoll?

Wer diese Art von Verträgen grundsätzlich nur wegen der häufig enthaltenen Optionen auf Abschluss einer Berufsunfähigkeits-Versicherung abschließt, sollte darauf achten, dass die Vertragsdauer der abzuschließenden BU über die Vertragsdauer des Hauptvertrags hinausgehen kann. Ist das möglich, so ist eine Laufzeit bis zum letztmöglichen Zeitpunkt der Optionsausübung ausreichend und aus Kostengründen dem Kunden zu empfehlen.

Unterm Strich

Zusammenfassend sollte eine gute Kinder-Police über einen garantierten Rentenfaktor verfügen, der auf das gesamte Vertragsguthaben bei Rentenbeginn gilt.Außerdem muss es mit kurzer Beitragszahlungsdauer abschließbar sein, aber danach noch mit Einmalbeiträgen zu besparen. So könnte der Vertrag für den Kunden kostengünstig gestaltet werden. Aber ich kann es auch tatsächlich als Altersversorgung nutzen, wenn das Kind nicht bei Versicherungsnehmerwechsel den Vertrag auflöst, um sich ein Auto zu kaufen.

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