Diese Situation kennt jeder: Der Privatpatient bekommt einfach schneller Termine beim gleichen Arzt. Oder er bekommt eine bessere Versorgung beim stationären Krankenhausaufenthalt. Klar, die haben sich eben für bessere Absicherung entschieden. Entgegen dem allgemeinen Irrglauben, sind gerade Zusatzversicherungen nicht immer teuer und unnütz. Bei stationären Krankenzusatzversicherungen oder Zahnzusatzpolicen ist die Meinung ja bereits recht einhellig. Sie lohnen sich richtig für gesetzlich Krankenversicherte. Um unseren Mandanten auch in diesem Bereich des bestmöglichen Service zu bieten, greifen wir seit kurzem auf die Expertise von Thomas Gnann zurück, PKV-Experte und erfahrener Spezialmakler für private Krankenversicherung.

 

BSC: Voltaire hat mal sinngemäß gesagt, dass wir in der ersten Hälfte unseres Lebens unsere Gesundheit opfern, um Geld zu erwerben und in der zweiten Hälfte dann das Geld opfern, um die Gesundheit wiederzuerlangen. Die gesetzliche Krankenversicherung bietet uns in Deutschland einen soliden Grundschutz. Jeder, der krank ist, wird behandelt. Wieso ist es dennoch sinnvoll, Privatpatient zu sein?

Gnann: Das liegt an den Regelungen des Sozialgesetzbuches (§5 SGB V) und dem gesetzlichen Grundschutz. Das Wort „Grundschutz“ ist hier Programm und beschreibt bereits das Qualitätsniveau der Absicherung. Unsere gesetzliche Krankversicherung funktioniert nach dem Solidaritätsprinzip (“Einer für alle-Alle für einen!”) . Jeder erhält die gleichen Leistungen, obwohl die absoluten Beitragszahlungen verschieden hoch sind. Die Art der Leistungserbringung passiert nach dem Sachleistungsprinzip. Das heißt, ich muss nicht zahlen und bekomme dann mein Geld zurück. Ich bekomme einfach die Leistung und muss nicht zahlen. Das ist bei einem Privatpatient anders.

Im §12 Abs. 1 SGB V ist der Leistungsumfang der gesetzlichen Versicherung geregelt: „Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten (…).“

Es gibt deshalb auch gewisse Lücken, welche durch die Gesetzliche Krankenversicherung nicht abdeckt sind. Diese Lücken werden vielen Menschen leider erst viel zu spät bewusst, nämlich dann, wenn die (fehlende) Leistung gebraucht wird. Das können dann beispielsweise Punkte wie diese sein:

–              Zumutbare Eigenbeteiligungen durch Zuzahlungen von bis zu 2 % vom Brutto-Einkommen (Beispiel Brutto 50 000 Euro = 1000 Euro Eigenbeteiligungen).

–              Im Krankenhaus: Behandlung Belegarzt oder diensthabender Arzt, in der Regel immer Mehrbettzimmer

–              Vorsorgeuntersuchungen sind festgeschrieben und auch auf bestimmte Alter beschränkt

–              Keine Sehhilfen, Augenlasern oder Heilpraktiker-Leistungen

–              Zahnleistungen: Für ein Implantat werden nur ca. 10 bis 15 % erstattet

uvw.

Wem Lebensqualität und persönliches Wohlbefinden wichtig ist, der sollte sich unbedingt mit seiner Gesundheits-Absicherung befassen. Für sich selbst, seine Kinder und auch für die Eltern. Es lohnt sich, Privatpatient zu sein.

BSC: Heutzutage lässt sich ja fast alles versichern. Aber kaum einer kann sich eben „alles“ leisten. Nehmen wir mal eine klassische Familie mit zwei Kindern. Wer sollte welche Zusatzversicherung unbedingt haben und wer kann auf die eine oder andere Versicherung verzichten?

Das ist eine sehr gute Frage, die sich wohl meist erst im Nachgang richtig beantworten ließe. Auf Basis meiner langjährigen Erfahrungswerte kann ich heute aber sagen:

  • Eine Zahnzusatzversicherung ist für Erwachsene und Kinder (u.a. wegen Kieferorthopädie) ein absolutes „must-have“. Gerade in diesem Bereich werden die Behandlungskosten regelmäßig unterschätzt.
  • Eine stationäre Zusatzversicherung ist für persönlich alternativlos! Als Privatpatient hab ich hier viele Vorteile. Wenn ich so schwer krank bin, dass ich in eine Klinik muss, will ich auch die bestmögliche Behandlung. Zum Bespiel die Option auf ein Ein-Bettzimmer zu haben, ist manchmal bestimmt nicht die Schlechteste.
  • Eine ambulante Zusatzversicherung kann den gesetzlichen Schutz sinnvoll ergänzen. Ich denke hier z.B. an Dadurch, dass sich der Versicherte keinen Kopf mehr über die Kosten dieser Untersuchungen machen muss, nutzt er dieses Angebot dann vielleicht öfter. Wenn dabei eine Krankheit in einem frühen Stadium erkannt wird und so besser bekämpft werden kann, verhilft das dem Versicherten unter Umständen zu einem längeren Leben.
  • Ein Krankentagegeld (Lohnfortzahlung), sichert die Lücke zwischen Krankengeld und Nettogehalt, was für regelmäßige Verpflichtungen wie Finanzierungen, Miete und sonstige regelmäßige Ausgaben existentiell sein kann, wenn nicht die nötigen Rücklagen dafür vorhanden sind.
  • Eine Pflegeversicherung ist durch die hohe Wahrscheinlichkeit ein absolutes Muss, nicht nur für den familiären Haushalt, sondern für den gesamten Familien-Stammbaum (Thema: Kinder haften für ihre Eltern).

 

Wer die richtigen Produkte, zur richtigen Zeit abschließt, kann über sofortige Rückerstattungen den eigenen Beitragsanteil auf ein Minimum reduzieren und sich sofort wie ein Privatpatient fühlen. Mehr dazu finden hier!

BSC: Stichwort „Produktqualität“. Wo unterscheiden sich die einzelnen Tarife von Gesellschaften oder woran kann ich als Kunde einen sehr guten Tarif erkennen in den aus Ihrer Sicht wichtigen Absicherungssegmenten?

Gnann: Es muss das Preis/Leistungsverhältnis passen, aber auch die Versicherungsgesellschaft muss gut für die Zukunft gewappnet sein. Einzelne Tarife können sich von Erstattungshöhen, Wartezeiten oder auch wesentlichen Lücken im Tarifwerk, unterscheiden.

Wir prüfen deshalb durch ein Experten Team halbjährlich den Versicherungsmarkt, um uns immer auf dem Laufenden zu halten und eventuell neue Möglichkeiten zu finden. Unsere Empfehlungen sind deshalb auch immer „state-of-the-art“.

BSC: In der Berufsunfähigkeits-Versicherung ist es im Leistungsfall noch mal wichtig, zu wissen, worauf ich als Kunde achten muss. Wie ist das bei der Krankenzusatzversicherung? Was sind hier die größten Fehler? Oder haben Sie ein paar Tipps, worauf zu achten ist?

Hier ist natürlich auch auf das Kleingedruckte zu achten! Die nachfolgenden Beispiele sollen die Komplexität etwas besser erläutern:

Wartezeit: Gibt es nach Abschluss des Vertrages Wartezeiten, bis eine mögliche Leistung übernommen werden kann oder kann ich mich sofort behandeln lassen und die Rechnung beim Versicherer einreichen?!

Sehhilfen: Gibt es für Erstattung von Sehhilfen konkrete Kriterien, oder ist die Leistung nur einen Zeitraum beschränkt?!

Heilpraktiker: Werden alle Arten von Heilpraktiker-Anwendungen erstattet oder werden nur bestimmte Behandlungsmethoden übernommen?!

Diese Beispiele sind nur unvollständige Muster und sollen einfach nur unterstreichen, dass die Absicherung der Gesundheit kein Vertrag ist, der nebenbei über eine App abgeschlossen werden sollte. Er verlangt eine fundierte Beratung durch Fachleute. Nur dann lauern im Leistungsfall für den Privatpatient auch keine unangenehmen Überraschungen.

BSC: Jetzt ist es ja aber trotz der offensichtlichen Wichtigkeit dieser Versicherungen nicht so, dass die Kunden wirklich aktiv danach fragen würden. Welche Frage würden Sie denn einem Kunden stellen, um hier die Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken und die Wichtigkeit zu unterstreichen?

Gnann: Stellen Sie sich mal einen schweren Autounfall vor, in den ein enger Bekannter verwickelt ist. Die ersten Fragen, die sich stellen, nachdem der Gesundheitszustand klar ist, lauten meist:

Wie ist das Auto abgesichert?

Wie ist er denn selbst versichert?

Dann, wenn die Situation eingetreten ist, fällt einem ein was zu tun gewesen wäre. Lebensqualität und Gesundheit sind die wohl wichtigsten Attribute für ein erfülltes Leben, darüber nachzudenken und sinnvoll vorzusorgen, sollte im Interesse eines jeden Menschen liegen.

BSC: Vielen Dank für das Gespräch.

Um Voltaire Lügen zu strafen, sollten Sie sich aktiv mit Ihrer Gesundheits-Absicherung befassen. Denken Sie daran, es gibt sie nur einmal!

Für Fragen stehen Ihnen gerne Ihre persönlichen BSC-Finanzberater oder unsere Fach-Experten zur Verfügung unter info@bsc-gmbh.com.

Zum Autor:

Thomas Gnann ist ein ausgewiesener Fachmann in allen Fragestellungen zur Krankenversicherung. Der gebürtige Schwabe ist seit 2003 in der Finanzberatung tätig. Neben verschiedenen Führungspositionen im Finanzvertrieb hat er von 2008-2015 eine selbstgegründete Aktiengesellschaft als Vorstand geleitet, mit dem Schwerpunkt auf private Krankenversicherung. Er zählt heute zu den gefragtesten Fachleuten im Finanzmarkt, wenn es um Fragen zur Krankenversicherung geht.

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