Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen ist eigentlich zu schön, um wahr zu sein. Wie Einhörner. Aber die Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen gibt es wirklich. Allerdings ist sie nicht ganz so magisch, wie es auf den ersten Blick scheint. Anders als Einhörner.

Worauf muss ich bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen achten?

Es ist nicht einfach, die Gesundheitsfragen alle richtig zu beantworten. Manchmal weiß ich nicht, was gemeint ist. Und manchmal kann ich mich nicht an alles erinnern. Aber immer, wenn ich einen Fehler mache, kann ich im Leistungsfall ein Problem bekommen. Denn wenn ich die sogenannte vorvertragliche Anzeigepflicht verletze, hilft oft nur eine Rechtsschutzversicherung und ein Anwalt. Fragt der Versicherer z.B. nach Beschwerden, muss ich die Rückenschmerzen angeben, selbst wenn ich deshalb noch nicht beim Arzt war. Auch wenn mein Vermittler sagt, ich muss es nicht angeben…

Denn grundsätzlich sind Gesundheitsfragen eine vernünftige Sache. So kann der Versicherer einschätzen, wie wahrscheinlich der Versicherungsfall ist und eine mathematisch gerechte Prämie berechnen. Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen weiß der Versicherer nicht, wie wahrscheinlich er zahlen muss. Und es ist stark davon auszugehen, dass Versicherungsmakler, die ja zwischen mehreren Versicherern am Markt wählen können, hauptsächlich die Kunden versichern, die schon Vorerkrankungen haben.

Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass die Berechnung des Versicherers nicht aufgeht. Dann darf der Versicherer bis zum Brutto-Beitrag anpassen.

Was muss ich unbedingt wissen, wenn ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen abschließe?

Ich muss aber noch was wissen, damit nix schief gehen kann. Zwar muss ich nach dem Versicherungsvertragsgesetz nur angeben, wonach der Versicherer in Textform fragt, aber ein brennendes Haus ist nicht mehr zu versichern. Das bedeutet, wenn ich eine Krankheit habe, die sicher zu einer Berufsunfähigkeit führt, dann muss der Versicherer nicht leisten. Selbst, wenn er nicht danach gefragt hat.

Das ist dann superärgerlich, weil ich die bezahlten Beiträge auch nicht wiedersehe. Aber es ist schon verständlich. Sonst könnte ich, wenn ich schon berufsunfähig bin, eine BUV ohne Gesundheitsfragen abschließen und mich im nächsten Moment BU melden. Das ergibt keinen Sinn.

Wann eine Erkrankung sicher zu einer Berufsunfähigkeit führt und wann nicht, wird die Gerichte in den kommenden Jahren beschäftigen. Denn viele Vermittler verkaufen diese Tarife, ohne zu erklären, dass eine eingebrachte BU nicht versicherbar ist.

Wo gibt es eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen?

Als gesunder Mensch ist es ratsam, diese Aktionen eher aus der Ferne zu beobachten. Aber es gibt genügend Vorerkrankungen, die eine Annahme erschweren würden und trotzdem nicht sicher zu einer BU führen. In diesen Fällen muss ein kundiger Versicherungsmakler eine der derzeit am Markt angebotenen Aktionen auswählen, die zum Kunden passt. Dabei ist es ganz besonders wichtig, alle Nachteile anzusprechen.

In großeren Firmen oder bei bestimmten Berufsgruppen ist auch immer wieder mal eine Berufsunfähigkeitsversicherung über eine Dienstobliegenheitserklärung möglich. Hier muss der Chef nur bestätigen, dass ich die letzten 2 Jahre keine 14 Tage am Stück krankgeschrieben war. Oder das ich derzeit voll arbeitsfähig bin. Oder sowas in der Art. Es handelt sich in jedem Fall um keine umfassende Gesundheitsprüfung.

Unterm Strich gibt es halt keine Einhörner und auch die Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen hat auch Schattenseiten. Wie immer ist das Produkt nur so gut wie die Beratung dazu. Und hier gibt es noch mehr zur Berufsunfähigkeitsversicherung 🙂

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