Es gibt so Zielgruppen, da lässt man besser die Finger davon. Vor allem, wenn man sich nicht auskennt. Soldaten sind so eine Zielgruppe. Zum einen, weil Soldaten keine normalen Angestellten und keine normalen Beamten sind. Und zum anderen, weil sie bewaffnet sind. Fehler wären also nicht ratsam. Trotzdem (oder deswegen) will ich mal zusammentragen, worauf Soldaten bei der Berufsunfähigkeitsversicherung achten müssen.

Worauf müssen Soldaten bei der Berufsunfähigkeitsversicherung achten?

Grundsätzlich gilt: Soldaten sind auch nur Menschen. Jeder Soldat muss sich also fragen, welche Ausgaben er hat. Und in welcher Höhe und wie lange. Sofern der Soldat die Ausgaben mit seinem Sold bezahlt, muss er sie mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung absichern. Diese leistet dann, wenn er seinen Dienst nur noch zur Hälfte erfüllen kann.

Aber viele Versicherer würden bei Soldaten auch nach der Dienstunfähigkeits-Klausel leisten. Das ist ok, da zumindest Berufssoldaten analog zu Beamten in den Ruhestand versetzt werden. Ich will aber erklären, worauf Soldaten bei der Berufsunfähigkeitsversicherung achten müssen. Also fangen wir mal mit den Ansprüchen an.

Welche Ansprüche hat der Soldat auf Zeit?

Der Soldat auf Zeit erhält nach eine Wehrdienstzeit von mindestens 4 Jahren bei Dienstunfähigkeit sogenannte Übergangsgebührnisse. Geregelt ist das in §11 des Soldatenversorgungsgesetzes. Die Höhe beträgt 75% der letzten Bezüge. Grob gesprochen. Wenn ich eine Vollzeitausbildung mache, können die Gebührnisse um 25% erhöht werden. Einkünfte aus der Bildungsmaßnahme sind zu verrechnen. Ich kann also nicht mehr als vorher verdienen. Das ist soweit ja auch ok.

Wenn ich 4-5 Jahre gedient habe, hab ich diesen Anspruch für 12 Monate. 5-6 Jahre dann 18 Monate, 6-7 24 Monate usw. Ab 12 Jahre habe ich Anspruch für 60 Monate. Interessant ist, dass ich die Zahlungen aussetzen oder aufschieben kann, wenn dadurch Nachteile für die Eingliederung auszuschließen sind. Bei Tod sind die verbleibenden Ansprüche an Ehegatten oder Erben zu zahlen.

Eine Ausnahme bildet der Soldat auf Zeit, der auf 20 Jahre verpflichtet ist. Er hat Anspruch auf ein Ruhegehalt. Um das zu vermeiden, gibt es den SaZ 19+. Der ist zwar länger als 20 Jahre im Dienst, aber war nie auf 20 Jahre verpflichtet. Er hat keinen Anspruch auf Pension.

Was passiert nach der Entlassung mit dem Soldaten auf Zeit?

Im ersten bzw. in den ersten 5 Jahren dürfte es dem Soldaten auf Zeit nicht all zu schlecht gehen. Also, finanziell gesehen. Danach sieht es schon anders aus. Der entlassene Soldat auf Zeit ist nicht mehr das Problem des Dienstherren. Er sorgt nicht mehr für ihn. Der SaZ muss sich rückwirkend gesetzlich versichern. Hat er weniger als ein Jahr gedient, sieht es übel aus. Dann bestünden auch aus der gesetzlichen Rentenversicherung keinerlei Ansprüche. Hat er 1-5 Jahre gedient, bekommt er eine Erwerbsminderungs-Rente, wenn er keine 3 Stunden am Tag mehr dem allgemeinen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen kann. Also, er muss in keinem Beruf mehr arbeiten können.

Nach 5 Jahren Dienst hätte er auch rückwirkend 5 Jahre in die gesetzliche Versicherung einbezahlt. Dann hat der SaZ Anspruch auch Anspruch auf die halbe Erwerbsminderungs-Rente. Die bekomme ich, wenn ich keine 3-6 Stunden am Tag mehr arbeiten kann. Ich bekomme auch nur die Hälfte. Ungefähr 17% von dem, was ich vorher verdient habe. Sollte ich aber ein Jahr lang keine Arbeit finden, die ich machen könnte, bekomme ich die volle EMI-Rente.

Der Soldat auf Zeit hat Zeit

Soldaten auf Zeit müssen also unbedingt mit einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung vorsorgen.  Gerne auch mit DU-Klausel. Muss aber nicht zwingend sein, wenn dein Vermittler Erfahrung im Leistungsfall hat. Oder einen Experten kennt.

Wichtiger ist, dass ich mir Beitrag spare, weil ich ja die ersten Jahre gut versorgt bin. Wenn ich in der Berufsunfähigkeitsversicherung also vereinbare, dass sie erst nach 12 Monaten zahlen müssen, muss ich auch weniger Beitrag zahlen. Logisch, oder? Das ganze nennt sich Karenzzeit.

Dabei muss ich aber auch beachten, dass ich nach meiner Soldatenlaufbahn diese Ansprüche nicht mehr habe. Und das wird ja höchstwahrscheinlich irgendwann mal der Fall sein. Also muss ich mit dem Versicherer vorher klären, ob ich die Karenzzeit dann entfallen lassen kann. Oder ich hab bis dahin genügend Geld auf der Seite, dass die Karenzzeit auch ok wäre.

Welche Ansprüche hat der Berufssoldat?

Bei der Frage, worauf Soldaten bei der Berufsunfähigkeitsversicherung zu achten haben, ist noch der Berufssoldat zu klären. Das ist ganz einfach, wenn du weißt, welche Ansprüche ein Beamter hat. Ist hier nämlich genauso. Du nimmst die Dienstbezüge mal ruhegehaltsfähige Dienstzeiten mal 1,79375% und schon hast du deine Versorgung. Du darfst nicht mehr als 71,75% bekommen. Außer bei einem Dienstunfall. Da gibt es 75%. Und bei einem qualifizierten Dienstunfall sogar 80% der letzten Stufe der übernächsten Besoldungsgruppe. Dazu musst du aber im Dienst unter Einsatz deines Lebens verletzt werden und eine Erwerbsunfähigkeit (Ja, EU, nicht Erwerbsminderung) von mindestens 50% muss vorliegen. Das kann aber einem Soldaten durchaus mal passieren.

Die Mindestversorgung liegt bei ca. 1.700 Euro. Wer genau rechnen will: 65% der Endstufe von A4 plus 30,68 Euro 🙂

Wer aber wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt wird, noch keine 66,97% an Anspruch hat und bereits die Wartezeit einer gesetzlichen Rente von 60 Monaten erfüllt hat, erhält eine Erhöhung auf max. 66,97%. Und zwar so lange, bis er durchschnittlich 525 Euro verdient oder die Regelaltersgrenze erreicht. Die liegt gewöhnlich bei 53 Jahren für Berufssoldaten.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist auch hier sinnvoll, wenn meine regelmäßigen Ausgaben höher als 1.700 Euro sind.

Was ist mit dem Bundeswehrrahmen-Vertrag?

Der Bundeswehrrahmen-Vertrag ist eine gute Ergänzung. Nicht mehr, nicht weniger. Ein “Problem” ist nämlich die Absicherung von Auslandseinsätzen. Hier sind gewöhnlich nur friedenssichernde Einsätze abgesichert. Der Rahmenvertrag geht darüber ein wenig hinaus. Da ich aber, wenn ich im Einsatz einen Unfall habe und dann DU bin, einen qualifizierten Dienstunfall hatte und über den Dienstherrn ganz hervorragend abgesichert bin, ist der Rahmenvertrag halt nicht unbedingt überlebensnotwendig.

Worauf müssen also Soldaten bei der Berufsunfähigkeitsversicherung achten?

Gerade bei Soldaten auf Zeit ist die DBV derzeit die erste Wahl! Das liegt an einer Verlängerungsoption bei Berufswechsel. Denn für gewöhnlich ist der Soldat nicht länger als bis 50-60 versicherbar. Das ist auch in Ordnung, weil Soldaten halt normalerweise nur bis zwischen 53 und maximal 62 im Dienst sind. Der Soldat auf Zeit macht aber früher oder später mal eine Ausbildung für einen zivilen Beruf. Dort arbeitet er dann, wie jeder andere auch, bis 67. Deshalb ist es so sinnvoll, dass die DBV hier die Möglichkeit bietet, ohne neue Gesundheitsprüfung in den neuen Beruf zu gehen und die Laufzeit entsprechend anzupassen.

Neben der DBV scheint nur noch die Signal überhaupt Interesse zu haben, Soldaten zu versichern.

Wichtig ist aber der Zeitpunkt! Wenn der Soldat schon nach § 63 SVG eingestuft ist, ist er meist nur noch über den Rahmenvertrag versicherbar.

Aber wie immer sollte die Auswahl sich am Bedarf und Bedürfnis des Kunden orientieren. Als erstes gilt es Ausschlüsse und Zuschläge zu vermeiden und erst dann die besten Bedingungen zu finden. Wichtig ist auch, dass Soldaten immer an die Anwartschaft für die Krankenversicherung denken. Denn der Anspruch auf freie Heilfürsorge entfällt mit Entlassung bzw. Versetzung in den Ruhestand. Und dann muss ich mich eben irgendwie krankenversichern.

Unterm Strich muss der Soldat wie jeder andere auch für sich prüfen, welche Ausgaben er wie lange zu decken hat. Und der kompetente Vermittler muss ihn dabei unterstützen.

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