Die Krebsversicherung scheint so der nächste große Trend zu sein. Immer mehr Versicherer bieten eine an. Das lässt sich auch ganz leicht erklären. Denn viele Menschen haben Angst vor Krebs. Viele Menschen kennen jemanden, der schon mal Krebs hatte. Es gibt also eine große Zielgruppe für die Krebsversicherung .

Was kann eine Krebsversicherung?

Wenn du Krebs hast, bekommst du Geld. Ganz einfach. Oder eben nicht ganz so einfach. Es muss schon ein bestimmter Krebs sein. Also, entweder Stadium 2 oder invasiv. Oder es muss eine Chemo und/oder OP notwendig sein. Das kommt auf die Bedingungen an. Gutartigere Tumore führen nicht zur Leistung. Du bekommst nur dein Geld, wenn es schlimm ist. Und mit dieser Einmalzahlung kannst du dir dann eine bessere Versorgung leisten.

Ist eine Krebsversicherung sinnvoll?

Das ist eben die Frage: Ist die Krebsversicherung  sinnvoll?

Es gab mal diese Werbung für eine KFZ-Versicherung. Da war der Fahrer abgelenkt und der Schutzengel greift ins Lenkrad und verhindert den Unfall. So hätten wir gerne Versicherungen. Aber die Krebsversicherung schützt uns nicht vor Krebs. Sie schützt uns vor den finanziellen Folgen. Das ist im Übrigen die Aufgabe jeder Versicherung. Ob eine Versicherung sinnvoll ist, hängt weniger davon ab, ob etwas wahrscheinlich ist, sondern viel mehr davon, ob die finanziellen Folgen mich ruinieren könnten. Es ist beispielsweise sehr wahrscheinlich, dass ich mal meine Zähne verliere. Aber ich muss nicht mein Haus verkaufen, wenn ich keine Zähne mehr hab. Und mein Äußeres ist eher das Problem meiner Frau. Die muss mich anschauen 🙂

Bei Krebs kann ich zumindest vorübergehend nicht mehr arbeiten. Ich hab also kein Einkommen. Da ist es schön, wenn ich das Geld von der Versicherung bekomme. Besser ist hier aber die Berufsunfähigkeitsversicherung geeignet. Da ist es dann egal, wegen welcher Krankheit ich nicht mehr arbeiten kann.

Bleiben die Krankheitskosten. Das könnte auch eine gute Krankenversicherung zahlen. Oder eine Dread Disease. Die würde auch bei mehreren Krankheiten leisten.

Unterm Strich

Mir persönlich leuchtet es nicht unbedingt ein, wieso ich mich vor den finanziellen Folgen von Krebs schützen sollte, aber nicht vor den Folgen anderer Erkrankungen. Ich glaube, hier schwingt stark die Angst und der Wunsch, sich vor dem eigentlichen Ereignis schützen zu können, mit. Ist aber leider nicht so. Was Krebs verursacht, ist nicht abschließend erforscht. Umwelteinflüsse, Rauch- und Trinkverhalten, aber auch die Ernährung spielen eine Rolle. Aber auch das gesündeste Leben bietet keine Garantie, dass es mich nicht erwischt.

Trotzdem: Wer sich vor den finanziellen Folgen von Krankheiten schützen will, sollte das umfassend tun. Sowohl finanziell als auch gesundheitlich ist es das beste, präventiv zu handeln, bevor es zu spät ist. Bei Krebs und anderen Erkrankungen gibt es Vorsorge-Untersuchungen. Für die Finanzen gibt es ebenfalls Spezialisten.

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