Vor etwas mehr als einem Monat hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Prognosen für das Weltwirtschaftswachstum vorgestellt. Für Deutschland sah der IWF 2019 ein Wachstum von 1,3 Prozent voraus – was im Vergleich zu den noch im Herbst prognostizierten 1,9 Prozent bereits wenig ist. Nun aber kommt die OECD-Prognose. Und die fällt noch niedriger aus.

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Damit hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Organisation for Economic Co-Operation and Development, OECD) ihre vorherige Prognose mehr als halbiert. War sie im vergangenen November noch von 1,6 Prozent ausgegangen, beträgt das vorhergesagte Wirtschaftswachstum Deutschlands nur noch 0,7 Prozent. Damit unterbietet die OECD auch die Prognose der Bundesregierung. Aktuell sieht diese für das kommende Jahr ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von einem Prozent vor.

„Die Weltwirtschaft bekommt mächtig Gegenwind. Eine stärkere Verlangsamung in einer der großen Regionen könnte die Aktivität weltweit beeinträchtigen, insbesondere wenn die Verlangsamung auf die Finanzmärkte übergreift.“ – Laurence Boone, Chefökonom der OECD, in einer Pressemitteilung

China: Werkbank oder Bremsklotz?

Laut der OECD sorgt die langsamere globale Konjunktur für die Schwäche der Bundesrepublik. Als Exportland ist die Bundesrepublik abhängig von einem guten Weltwirtschaftswachstum. Besonders gefährlich ist dabei die chinesische Wirtschaft. Nach wie vor befindet sich die VR China im Handelsstreit mit den USA unter Donald Trump. Außerdem hat das Land intern mit Schwierigkeiten im Finanzsektor zu kämpfen. Wie die OECD berichtet, würde ein langsameres chinesisches Wachstum zusätzlich für eine Abkühlung der europäischen Wirtschaft sorgen. Bisher sieht die OECD für 2019 ein Weltwirtschaftswachstum von 3,3 Prozent vor, für 2020 dann 3,4 Prozent.

„Auch das Exportvolumen würde in diesen Volkswirtschaften und in Deutschland relativ stark sinken – um mehr als ein Prozent im ersten Jahr.“ Die OECD in einer Pressemitteilung (Details zum OECD-Ausblick finden Sie hier)

Wachstum des Westens

Für die Vereinigten Staaten sieht die OECD ein stärkeres Wachstum voraus. So steht die Prognose des BIP-Wachstums für 2019 bei 2,6 Prozent, für 2020 bei 2,2 Prozent. Allerdings sorgen die anhaltenden Zölle für eine Erhöhung der Unternehmenskosten, was wiederum geringere Investitionen und ein schwächeres Exportverhalten bedeutet.

Titelbild: © THANIT / Fotolia.com

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