Gold wird immer beliebter. International sind Notenbanken in einem so großen Kaufrausch wie seit den 1970er-Jahren nicht mehr. Besonders aktiv sind derzeit Russland und die Türkei. Doch woran liegt das?

Goldrausch bei den Notenbanken

Im Jahr 2018 haben Notenbanken aus aller Welt die größten Goldeinkäufe seit 50 Jahren durchgeführt. Insgesamt stockten sie ihre Goldreserven im Vorjahr um 651,5 Tonnen auf. Im Vergleich zu 2017 bedeutet das ein Plus von 74 Prozent. Zugleich handelt es sich um die zweitgrößte Aufstockung von Goldreserven, die geschichtlich festgehalten wurde. Laut dem World Gold Council (WGC) kauften die Notenbanken vor allem in der zweiten Jahreshälfte verstärkt Goldbarren und -münzen ein. Innerhalb des Technologiesektors stieg die Nachfrage ebenfalls um ein Prozent.

„Sorgen um eine Verlangsamung der Weltwirtschaft, stärkere geopolitische Spannungen und Volatilität an den Finanzmärkten waren dafür verantwortlich, dass die Nachfrage der Notenbanken den höchsten Stand seit dem Nixon-Schock 1971 erreichte.“ – Alistair Hewitt, Leiter für Marktinformationen beim World Gold Council, in einer Pressemitteilung

Ein sicherer Hafen?

Auch der allgemeine Bedarf für Gold stieg an. 2018 betrug dieser 4.345,1 Tonnen, also ein Anstieg von vier Prozent gegenüber 2017. Die russische Zentralbank kaufte dabei im letzten Jahr am meisten Gold ein. Über das Jahr 2018 hinweg wuchsen die Reserven Trading-Economics zufolge von 1890 Tonnen auf circa 2066 Tonnen. Genau wie Russland stockte auch die Türkei, die sich gerade inmitten einer Währungskrise befindet, kräftig auf. Insgesamt kaufte sie knapp 51 Tonnen netto. Dicht darauf folgt Kasachstan mit etwa 50 Tonnen. Bereits seit 2011 kaufen die Notenbanken mehr Gold ein als sie wieder abstoßen. Der Grund: Die Goldbestände sollen, weil sie als krisensichere Anlage gelten, eine Unabhängigkeit vom Dollar schaffen. Insgesamt sind die Goldeinkäufe des Jahres 2018 bei einem Feinunzenpreis (31 Gramm) von 1310 Dollar etwa 27 Milliarden Dollar wert.

Gold auf Kurs

Bemerkenswert an den Gold-Großkäufern: Sowohl Russland als auch die Türkei sind in jüngerer Vergangenheit politisch mit den Vereinigten Staaten aneinandergeraten. Rubel und Lira brachen zeitweise ein. An den Finanzmärkten herrscht nach wie vor wegen geopolitischen Themen wie dem Brexit oder dem Handelsstreit zwischen den USA und China Unruhe. Aktuell steht der Goldpreis mit einem Plus von 0,35 Prozent bei 1.153,27 Euro oder 1.321,01 US-Dollar pro Unze.

Titelbild: © Sergey Nivens / Fotolia.com

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