Zum Jahresende 2018 noch hatten diverse Faktoren, etwa die von den Vereinigten Staaten gegenüber dem Iran verhängten Sanktionen, für ein Absinken der Ölpreise gesorgt. Im Dezember letzten Jahres sank etwa das Crude-Barrel auf unter 43 US-Dollar. Am Freitagmorgen wurde Öl wieder teurer – Auslöser dafür könnte die Krise in Venezuela sein.

Alles für das Öl

Denn in Venezuela schwelt seit langer Zeit der Unmut in der Bevölkerung. Nach einem gescheiterten Aufstand der Nationalgardisten am vergangenen Montag folgten gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen der Bevölkerung und dem Militär. Nun sorgt die Krise für Unruhe am Ölmarkt – denn Venezuela beherbergt die größten Ölreserven der Welt. Laut der Energy Information Administration (EIA) hatte Venezuela 2017 einen Vorrat von 301 Milliarden Barrels. Bereits in den Neunzigern konzentrierte sich die Wirtschaft unter dem „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ komplett auf die Ölförderung, berichtet The Daily Signal. Eine von mehreren Entscheidungen, die für die jetzigen wirtschaftlichen Probleme verantwortlich sind.

Weniger Öl, weniger Geld

Nach dem Einbrechen des Ölpreises Ende 2018 verschlimmerte sich die Krise noch. Wie der Spiegel berichtet, haben im Zuge der Krise mehr als drei Millionen Menschen Venezuela verlassen. Gleichzeitig habe sich die Ölförderung verringert. So habe das Land im Jahr 2018 700.000 Barrel pro Tag gefördert, was einen Einbruch von 40 Prozent bedeutet. Eine Eskalation der Krise könnte Experten zufolge den Stopp der Öl-Exporte des OPEC-Lands nach sich ziehen. Die Preise stiegen in der Nacht auf Freitag schlagartig an.

Nur ein kurzer Spike?

Am Freitagnachmittag steht das WTI-Barrel mit einem Plus von 0,13 Prozent bei 53,25 US-Dollar pro Barrel. Ein Brent-Barrel kostet 61,05 US-Dollar, was ein Minus von 0,23 Prozent bedeutet.
Die Krise in Venezuela zieht mittlerweile verstärkt internationale Aufmerksamkeit auf sich. Nachdem sich Juan Guaidó selbst zum Übergangspräsidenten ernannt hatte und von Washington Unterstützung erhielt, warf Noch-Präsident Nicolás Maduro den Vereinigten Staaten die Organisation eines Staatsstreichs vor. Laut Wallstreet-Online zeigt er sich jedoch offen für Gespräche mit der Opposition.

Titelbild: © Reddogs / Fotolia.com

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