Vor kurzem forderte der Bund der Deutschen Wirtschaft (BDI) einen härteren Kurs der Wirtschaft gegenüber China. Nun steht Russland auf dem Programm. Zwar befindet sich die sibirische Supermacht derzeit wegen des neuen SSC-8-Marschflugkörpers mit der NATO im Clinch, außerdem sollen russische Trolle international politische Ereignisse beeinflussen. Trotzdem plädiert der Osteuropaverein der Deutschen Wirtschaft (OAOEV) für bessere Wirtschaftsbeziehungen zu Russland.

Go East

Einem Bericht des Spiegels zufolge fordert das neue Positionspapier des OAOEV sowohl eine Annäherung Europas an Russland als auch einen Ausbau der Zusammenarbeit der beiden Mächte. So sollen auch die seit Beginn der Ukraine-Krise ausgesetzten EU-Russland-Gipfel sowie die deutsch-russischen Regierungskonsultationen wiederaufgenommen werden. Im Positionspapier beleuchtet der OAOEV insgesamt 15 Themenfelder, auf denen sich eine Kooperation Deutschlands und der Europäischen Union mit Russland anbietet, und welche Kooperationen bereits existieren.

„Um die Zukunft gemeinsam zu gestalten, brauchen wir eine gemeinsame Strategie, eine neue Agenda für die europäisch-russischen Beziehungen.“ – Wolfang Büchele, Vorsitzender des OAOEV, in einer Pressemitteilung

15 Chancen zur Kooperation?

Zu den vom OAOEV ausgewählten Themenfeldern gehören zum Beispiel die Sicherung der Welternährung, Digitalisierung sowie Migration und demographischer Wandel. Gerade im Bereich der Digitalisierung sei Russland ein wertvoller Partner – mit etwa 90 Millionen Nutzern gelte das Land als der größte E-Commerce-Markt Europas. Ferner soll die erwünschte Kooperation durch verbesserte Rahmenbedingungen, etwa den Abbau von Handelshemmnissen und Visa-Auflagen, erleichtert werden.

„Das Land hat Internet-Konzerne, die auf Augenhöhe mit amerikanischen und chinesischen Anbietern agieren. Hier sollten wir die Zusammenarbeit stärken.“ – Wolfgang Büchele

Vorteile für alle?

Als einen weiteren Hemmfaktor der Wirtschaftsbeziehungen zwischen EU und Russland listet das Positionspapier die Wirtschaftssanktionen, die derzeit die Erholung des russischen Wachstums verhindern. So hätten Russland und die EU bereits 100 Milliarden Euro durch die Handelsblockaden „verloren“. Eine Entspannung habe darum sowohl für die EU als auch für Russland Vorteile. Aktuell steht der russische MOEX-Index mit einem Kurs von plus 0,18 Prozent bei 2438,41 Punkten. Der DAX fällt mit minus 0,71 Prozent auf 10.844,31 Zähler. Und der Euro Stoxx 50 steht bei 3.058,84 Punkten (minus 0,55 Prozent).

Titelbild: © THANIT / Fotolia.com

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