Die Automobilindustrie kommt nicht zur Ruhe. Nach dem Abgassskandal, Strafzöllen und einem neuen Abgastest, folgen nun die neuen Klimaziele der EU: Die Europäische Union stellt die nötigen Weichen, um bis 2030 für deutlich reduzierte Auto-Abgase zu sorgen.

Weniger CO2

Das Ergebnis ist klar: Neuwagen sollen durchschnittlich 37,5 Prozent weniger Kohlendioxid ausstoßen. Darauf haben sich das Europaparlament, die EU-Staaten und die EU-Kommission am Montag geeinigt. Der Kohlenstoffausstoß leichter Nutzfahrzeuge soll immerhin um 31 Prozent sinken. Bis 2025 sollen beide Fahrzeugklassen ihren Schadstoffausstoß bereits um 15 Prozent gesenkt haben, berichtet n-tv.

Zu hoch gesteckte Ziele?

Auf diese Ankündigung hin ging eine Welle der Empörung durch die Autoindustrie. Denn laut dem Spiegel hätten die Grenzwerte, die die Bundesregierung aushandeln wollte, viel geringer ausfallen sollen. Der Verband der Deutschen Automobilindustrie bemängelt, dass die nun gesteckten Ziele nicht erreichbar und viel zu teuer seien. Im internationalen Wettbewerb seien die europäischen Autohersteller nun stark benachteiligt. Bernhard Mattes, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, plädiert in einer Pressemitteilung für eine 30-prozentige Reduktion der CO2-Emissionen. Ferner sei die Förderung der Elektromobilität nicht ausreichend.

„Diese Regulierung fordert zu viel und fördert zu wenig.“ – Bernhard Mattes, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, in einer Pressemitteilung

Fehlende Infrastrukturen

Auch die European Automobile Manufacturers’ Association (ACEA) äußerte sich negativ zu den nun vorgestellten Klimaschutzzielen der Europäischen Union. In einer Pressmitteilung bezeichnete der Verband die neuen Limits als „unrealistisch“, wenn man sich anschaue, wo die Industrie aktuell stünde.

„Alle unsere Mitgliedsunternehmen werden weiterhin in ihr Portfolio aus alternativ angetriebenen Autos und Transportern investieren, aber es gibt immer noch einige Hindernisse, die die breite Akzeptanz der Verbraucher bremsen, wie etwa die Erschwinglichkeit und das Fehlen eines ausreichend dichten Netzes an Infrastrukturen zum Aufladen und Betanken.“ – Erik Jonnaert, Generalsekretär der ACEA, in einer Pressemitteilung

Abwärts an der Börse

An der Börse hatten sich die Kurse großer Autohersteller den Dienstag über im Plus gehalten, fallen jedoch gegen Börsenschluss ab. BMW steht mit einem Minus von 0,54 Prozent bei 73,60 Euro. Die Aktie der Daimler AG ist mit minus 0,30 Prozent derzeit 47,28 Euro wert. Volkswagen hat ein Minus von 0,14 Prozent zu verzeichnen und steht bei einem Preis von 146,28 Euro pro Aktie.

Titelbild: © THANIT / Fotolia.com

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