Die Proteste der „gilets jaunes“ (deutsch: gelbe Westen) breiten sich aus. Neben den Touristen schrecken die Blockaden und teilweise gewalttätigen Proteste mittlerweile auch Anleger und Investoren ab. An den Finanzmärkten stellt sich Unruhe ein. Dabei haben die Gelbwesten sogar eines ihrer Ziele erreicht: Frankreichs Regierung legt die geplante Erhöhung der Sprit-Steuer vorerst auf Eis.

Das Ziel der gelben Westen

Zu Beginn fand die Bewegung der gelben Westen ihren Ursprung in der Wut über eine neue Treibstoffsteuer, die zu Beginn des Jahres in Kraft treten sollte. Daraus entwickelte sich jedoch ein Protest gegen die Politik des französischen Präsidenten Emmanuel Macron im Allgemeinen. Immer größere Teile der Bevölkerung halten seine Politik für nicht sozial genug – eine Politik, die nur den Reichen helfe. Als eine Antwort auf die Proteste machte Premierminister Édouard Philippe laut dem BBC am Dienstag bekannt, dass die Erhöhung der Kraftstoffsteuer um sechs Monate nach hinten verschoben würde.

Auswirkungen auf die Wirtschaft

FAZ.net zufolge stellen die Proteste sowohl eine Abrechnung für Macrons bisherige Amtszeit als auch eine Gefahr für die Wirtschaft dar. Denn wo brennende Barrikaden und gewaltsame Proteste stattfinden, leidet zum Beispiel der Einzelhandel. Etwa die Einzelhandelskette Carrefour. Seitdem die Gelbwesten auf die Straßen gehen, hatte außerdem das Weihnachtsgeschäft an zwei Wochenenden Verluste zu verzeichnen. Gleichzeitig setzen die Proteste auch den Tourismus unter Druck. Ein Gewinner der Proteste ist bisher der französische Onlinehandel. Wie FAZ.net meldet, stiegen angeblich die Bestellungen bei Amazon.

Sorge am Finanzmarkt

An der Börse wirken sich die Gelbwesten-Proteste bereits negativ aus. Die Unruhen in Frankreich kommen in Zeiten des anstehenden Brexit und den Spannungen zwischen Rom und Brüssel denkbar ungelegen. Die Aktie von Carrefour brach am dritten Dezember ein und ist am Mittwochmittag bei minus 0,75 Prozent 15,18 Euro wert. Ein weiteres Beispiel ist Vinci, ein französischer Autobahn-Betreiber. Am Mittwoch fiel die Aktie auf 75,34 Euro und steht mit 1,72 Prozent im Minus. Der Grund dafür: Durch die Proteste an Mautstationen durchfahren Autofahrer diese einfach. AccorHotels wiederum leidet unter dem geringeren Tourismus, die Aktie ein Minus von 1,70 Prozent zu verzeichnen und ist 38,26 Euro wert, ebenfalls am Mittwoch.

Titelbild: © Sergey Nivens / Fotolia.com

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