Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat den Automobilkonzern Daimler nach erheblichen Kursverlusten in den vergangenen Monaten nun hochgestuft. Aus einem „Neutral“ wurde „Buy“. Zudem hob der Goldman-Sachs-Analyst Stefan Burgstaller in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie das Kursziel von 80 auf 81 Euro an. Die ausgesprochene Kaufempfehlung und die Erhöhung des Kursziels führten zu einem starken Anstieg des Wertpapiers. Das freut auch die Anleger: aktuell kostet die Aktie 64,67 Euro und hat heute bereits um 3,56 Prozent zugelegt.

Daimler zählte zuvor große Einbußen

Die Daimler-Aktie zählt eigentlich zu den größten DAX-Verlierern der vergangenen Monate. Das Papier kämpft seit Dezember 2016 mit einem Abschlag von 12 Prozent. Nur ProSiebenSat.1 und die Deutsche Bank haben noch höhere Verluste zu verzeichnen. Besonders die Diesel-Diskussion und die Angst vor strukturellem Gegenwind sind neben dem schwachen US-Dollar für den Abwärtstrend verantwortlich, schreibt Burgstaller. Der Aktienkurs lässt insgesamt jedoch die Aussichten auf eine hohe Rendite schwinden. Es gäbe eine deutlich niedrigere Rendite auf das eingesetzte Kapital als von Burgstaller für 2018 geschätzt.

Die Trucks müssen weg?

Um das Unternehmen wieder besser zu stellen, prüft Daimler die Option gewisse Sparten des Konzerns eigenständig aufzustellen. Darunter vor allem Mercedes-Benz Pkw sowie die von Daimler produzierten Trucks. Damit sei eine selbständige Börsennotiz des LKW-Geschäfts möglich. Der Weltmarktführer für besonders schwere LKW’s hatte in den vergangenen Jahren auf dem amerikanischen Absatzmarkt schwere Verluste zu verzeichnen.

„Grund dafür ist die sich abschwächende Nachfrage auf den wichtigsten Truck-Märkten”, sagte Finanzchef Bodo Uebber.

Daimler verkauft aufgrund des hohen Preisdrucks und der zunehmenden Konkurrenz immer weniger Trucks auf dem Markt. Ein Sparprogramm war die Folge und führte zu schlechteren Bewertungen in der Trucksparte. Eine Abspaltung könnte die Probleme des schwäbischen Unternehmens zwar nicht lösen, jedoch zumindest verringern.

Dieseldebatte kommt Daimler teuer

Europaweit will Daimler mehr als drei Millionen Diesel-Fahrzeuge nachbessern. Nach Angaben des Konzerns sind die meisten davon Mercedes-Diesel mit Abgasnormen Euro 5 oder 6. Ausgenommen sind die jüngsten Motorengenerationen, die bereits ab September die geltenden Grenzwerte auf den Straßen einhalten. Entsprechend müssen diese Autos nicht nachgerüstet werden. Doch der Rest kostet: Rund 220 Millionen Euro muss für den Diesel-Umbau gestemmt werden. Der Umbau der Autos soll bis weit ins Jahr 2018 andauern.

Ausblick E-Mobility?

Die Dieseldebatte ist auf dem Höhepunkt und auch Daimler muss sich nach einer zukunftsträchtigen Antriebsalternative umschauen. Dabei setzt der Autobauer große Investitionen in den Ausbau der E-Mobility-Produktion. So hat Daimler das Werk Untertürkheim der Stuttgarter Tochtergesellschaft Mercedes Benz für die Herstellung von Batterien für Elektrofahrzeuge bereitgemacht. Rund 250 neue Stellen wurden nun für das auf Elektromotoren spezialisierte Daimler-Werk geschaffen. Eine polnische Produktionsstätte mit demselben Schwerpunkt soll folgen.

Titelbild: ©Sergey Nivens

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